Neu bei uns: Vulfpeck, Charlotte Adigéry & Bolis Pupul, Space Drum Meditation und James Bangura

Die Radio X Musikredaktion stellt dir wöchentlich ihre schönsten Neuentdeckungen genauer vor. Die Rubrik “Früsch” gibt es live jeden Donnerstag um 14 Uhr und in der Wiederholung am Sonntag um 16 Uhr. von Dion Monti

Vulfpeck – Give Me Something
Die Kalifornische Band Vulfpeck hat sich in den letzten 10 Jahren ihren Erfolg mit unkonventionellen Mitteln erarbeitet. Seit Anfang veröffentlicht sie all ihre Musik auf ihrem eigenen Label und ist eine der ersten Bands gewesen, die es geschafft haben, ohne grosse Management-Firma hinter sich, den Madison Square Garden auszuverkaufen. Seit ihrem letzten Album ist nicht viel Zeit vergangen, aber in den letzten paar Wochen hat die Band ein paar Singles veröffentlicht und ihr neues Album angekündigt, das «Decay of the Aura» heissen wird – wann dieses erscheinen wird, ist aber noch nicht klar. Die neueste Single ist am 22. September erschienen und heisst Give Me Something. Typisch für Vulfpeck: Der Song ist extrem groovig und trotzdem simpel – Lyrics gibt es fast keine, aber aber umso eindrucksvoller wenn man sie hört. Es ist effektive Musik nach dem Prinzip: So wenig wie möglich – so viel wie nötig.

Charlotte Adigéry & Bolis Pupul – Googoo Gaga
Das Duo Charlotte Adigéry & Bolis Pupul haben schon länger nichts mehr zusammen veröffentlicht – und das mit gutem Grund. Beide sind vor Kurzem Eltern geworden, und darum geht es auch in ihrer neuesten Single Googoo Gaga. Charlotte und Bolis schaffen es auch diesmal wieder, seriös und gleichzeitig lustig zu sein – oder beziehungsweise sich über ein Thema seriös auszudrücken und gleichzeitig Humor, Ironie und Absurdität nicht zu ignorieren. Sie behandeln Fragen um Verantwortung, das Gefühl vom Alleinsein oder Ängste, die mit der Verantwortung um ein Kind aufkommen können. Der Gesang ist klar und dramatisch und in passendem Kontrast zur Produktion, die typisch für Bolis Pupul hochstehend ist.

Auch das Musikvideo ist vielschichtig. Der Regisseur Lennert Madou referenziert im Video Folklore aus Gent, der Heimatstadt der beiden Künstler*innen. In dieser Geschichte geht es um einen Gefangenen, der durch Hunger zum Tod verurteilt ist. Seine Tochter aber hält ihn am Leben, indem sie ihn, wenn sie ihn besuchen geht, mit ihrer Muttermilch am Leben hält. Diese Geschichte sorgt für seltsame Bilder und potenziell ebenso seltsame Gefühle – Das video ist sehenswert.

Space Drum Meditation – Attine Tribe
Das Duo Space Drum Meditation aus Hamburg haben ihren neue EP SDM008 für den 13. November angekündigt, und die erste Single davon, Attine Tribe, ist jetzt schon zu hören. Attine Tribe ist schnell, düster und atmosphärisch, mit hauptsächlich organisch klingenden perkussiven Klängen und esoterischen Texturen. Von Pfeifen über Regenmacher, dunklen Stimm-Samples bis hin zu klängen eines 909 Drumcomputers. Das Ganze erinnert manchmal ein bisschen an frühe Randomer-Produktionen und ist aber in mehr Hall und Reverb gebadet. Gesamthaft ein sehr stimmungsvoller, warmer, hypnotischer Techno Song.

James Bangura – The Angst (Tension Mix)
Der Producer James Bangura aus Washington DC hat ebenfalls eine neue EP angekündigt – sie heisst The Angst EP und wird am 23. Oktober auf dem dänischen Label Tartelet Records veröffentlicht. James Bangura ist Gründungsmitglied der Gruppe Black Raver Culture und ist in den letzten Jahren immer präsenter geworden – mit seiner Gruppe, als Solo-Act und mit wiederkehrender auftritten, zum Beispiel als Resident DJ bei Kiosk Radio oder auch mit Mixes auf XLR8R und Refuge Worldwide. Der Titelsong The Angst (Tension Mix) schafft es, eine wahnsinnige Spannung zwischen deepen Pads, dissonanten Synthie-Wellen und schnellen, treibenden Schichten an Hi-Hats zu erzeugen.