Neues von: Kucwiny Theater Industry, June McDoom, Gigi FM und Yoofee
Die Radio X Musikredaktion stellt dir wöchentlich ihre schönsten Neuentdeckungen genauer vor. Die Rubrik “Früsch” gibt es live jeden Donnerstag um 14 Uhr und in der Wiederholung am Sonntag um 16 Uhr. von Dion Monti
Kucwiny Theater Industry – «Wiy Agu Ya»
Im Norden von Uganda und der Demokratischen Republik Kongo lebt das Volk der Alur, die eine zeremonielle Musik praktizieren die Agwara heisst. Es sind lange, hypnotische Songs, die hauptsächlich mit langen, bis zu 2 Meter langen Hörnern gespielt werden. Dazu gibt es auch Gesang und Perkussion. Es sind Kompositionen, wo mehrere Instrumente, die jeweils nur einen Ton spielen können, zusammen eine Melodie erzeugen – ein Konzept, das später auch von der amerikanischen Minimal-Music-Bewegung erforscht wurde. Auch die Aufnahmen sind auf eine sehr aussergewöhnliche Art gemacht worden, und zwar indem Mikrofone in Bäumen aufgehängt wurden und unter denen dann gespielt wurde. Das Album wurde via dem Label Nyege Nyege, veröffentlicht.
June McDoom – «Human Angel»
June McDoom hat vor Kurzem ihr Debut-Album «Follow the Light» auf dem Label Jagjaguwar veröffentlicht. June McDoom ist in Florida in einem musikalischen Zuhause mit jamaikanischen Eltern aufgewachsen. Ihr Vater war Schreiner und Musikliebhaber, der in ihrem Zuhause in 3 Zimmern selbst gebautes Soundsystem stehen hatte. Ihr Grossvater hat ihr ihre erste Gitarre geschenkt und war Musiker, der Mento spielte. Mento ist das erste jamaikanische Genre, das aufgenommen wurde, und wird oft als Proto-Genre von Ska, Reggae, Dub und Dancehall genannt. Unter all diesen Einflüssen hat June McDoom einen sehr einzigartigen Sound erschaffen, der eine Collage aus Folk, Shoegaze, Singer-Songwriter und all den Klängen ihrer Vorfahren ist - Human Angel ein gutes Beispiel dafür.
GIGI FM – «Do You Know»
Und wenn wir gerade beim Erbe von Mento sind, können wir gleich von GIGI FM reden, die ebenfalls ihr Debut-Album angekündigt hat in dem Dub sehr präsent sein wird. Im Song «Do You Know» geht es ums Nichts-Sagen oder darum, wenn man sich entscheidet, wegzusehen. Sie sagt, es geht darum, was Stille hervorbringen kann und was Stille auch verbergen kann. Der Sound ist dubbig, hat aber auch Einflüsse von Drill und Breakbeats. Das Album heisst «Ventus in Anima», kommt Ende Januar heraus und wird auf ihrem eigenen Label Sea-Rene veröffentlicht.
YOOFEE – «I Can See It from Here»
I can see it from here von YOOFEE vom Moses Yoofee Trio – ist ein Breakbeat-ähnlicher Song. Der Song ist Teil einer EP, die «Green Eyes» heisst und auf dem marokkanischen Label Casa Voyeur erschienen ist. Alle 5 Songs der EP zeigen starke Jazz-Einflüsse. Der Song, den wir heute hören, baut um ein sich wiederholendes komplexes musikalisches Thema auf, das auch die Melodie und Bassline ist. Die Vocals schweben über der Musik. Im zweiten Teil macht der Song mit Hilfe von Pads und Piano und einem neuen Thema richtig auf. Innerhalb von 3 Minuten passiert beeindruckend viel Schönes.