Neues von Turnstile x Shabaka, Purple Pilgrims, Polygonia und Taranja Wu
Die Radio X Musikredaktion stellt dir wöchentlich ihre schönsten Neuentdeckungen genauer vor. Die Rubrik “Früsch” gibt es live jeden Donnerstag um 14 Uhr und in der Wiederholung am Sonntag um 16 Uhr. von Mirco Kaempf
Turnstile haben sich in den letzten 15 Jahren von einer lokalen Hardcore-Band zu einer der bekanntesten Punkbands ihrer Generation entwickelt. Auf «SLOWDIVE: SHABAKA VERSION» wird ihr Song vom Londoner Saxofonisten Shabaka Hutchings radikal neu interpretiert: Zwischen Post-Bop und Post-Hardcore treffen treibende Drums auf Shabakas wilde Saxofonlinien. Der Track erscheint auf NEVER ENOUGH: VERSIONS, einem Remix-Album mit Gäst:innenen wie A.G. Cook, Alex G, Blood Orange, Floating Points, Oklou und Four Tet.
Die Schwestern Clementine und Valentine Nixon bilden das neuseeländische Duo Purple Pilgrims. Ihr Sound verbindet Dream Pop mit Noise, Lo-Fi, Folk und atmosphärischem Jazz. «Innocence Lost» stammt vom kommenden Album Given to the Night, das am 27. November erscheint. Für die Aufnahmen zogen sich die beiden weitgehend aus der digitalen Welt zurück, löschten ihre Social-Media-Accounts und arbeiteten zurückgezogen in den Wäldern ihrer Heimat Neuseeland. Entsprechend schwebend und entrückt klingt das Album: Gitarren, Synths, Bandrauschen und Stimmen fügen sich zu einem Kaleidoskop aus Erinnerungen und Gefühlen.
Hinter Polygonia steckt die Münchner Musikerin und Künstlerin Lindsey Wang. Ihre elektronische Musik verbindet trippigen Techno, Breakbeats und Bass Music mit House, Electro und Ambient. «Black Swords» erscheint auf einer neuen Vinyl-Kopplung des Rotterdamer Labels Nous’klaer Audio. Der Track gleitet zwischen tiefen, dunklen Sounds und schimmernden, fast blubbernden Oberflächen – gleichzeitig fliessend und stakkatohaft. Polygonia ist regelmässig im Tresor und Berghain zu hören und betreibt seit 2022 ihr eigenes Label QEONE.
Taranja Wu meldet sich mit ihrem zweiten Soloalbum ALL MESSED UP zurück. Die Basler Guitar-Synth-Action-heroine setzt erneut auf störrische Drumbeats, elektronische Spannung und eine ziemlich kompromisslose Haltung. «The Happiest Place on Earth» gehört zu den politisch deutlichsten Tracks des Albums: Ein fragmentiertes Tanzstück, das aus der Ohnmacht heraus nicht die Flucht, sondern den Tanz als Widerstand wählt. Im Zentrum stehen dabei die wiederkehrenden Zeilen «Democracy dies in darkness» . ALL MESSED UP erscheint am 4. September auf Flight 13 Records; die Plattentaufe folgt am 30. Oktober im Basler Sommercasino, mit Bandit Voyage im Support.