Woche gegen Rassismus 2019

Album der Woche: Towards an Expanse von Dumama

In den letzten sieben Jahren ist zwischen New York, Berlin und Johannesburg ein Album entstanden, das eine Meditation über Verletztheit und Verlust ist, währenddessen aber auch eine Autonomie zurückgewonnen wird in Bezug darauf, wie Black Life archiviert wird. Es sind Dialoge zwischen der Künstlerin, ihren Vorfahren und den Stimmen von musikhistorischen Grössen wie Miriam Makeba, Madosini und Busi Mhlongo. von Dion Monti

26.05.11 - ADW Dumama - Towards an Expanse - Podcast

das debut solo-album, towards an expanse von dumama

 

 

Was sind Genres? Was bedeuten Musikstile für Künstler*innen und Kunstschaffende? Was ist ihre Bedeutung, ausser ein Werkzeug für Vermarktung und Selbstprofilierung von Musikologen und Anthropologen zu sein? Was klar ist, ist das in der Entstehung des heutigen Albums der Woche jeglichste Idee von Genre keine Bedeutung hatte. Und so, über sechs Jahre, ist ein Album entstanden, das für sich ein eigenes Universum bauen musste.

Dumama ist eine Künstlerin aus einer langen Tradition südafrikanischer Musik. Eine ihrer Mentorinnen war die berühmte Musikerin Madosini, die unter anderem eine Meisterin des traditionellen Instruments Uhadi war. Dieses Instrument, das dem berühmteren Berimbau sehr ähnlich klingt, spielt Dumama auch teilweise auf ihrem Album – aber auf eine Art, wie es bisher sehr wenige gespielt haben.
«Towards an Expanse» hatte seinen Anfang in New York im 2019 in einer einwöchigen Session in den Figure 8 Studios. Songs wurden lose interpretiert aufgenommen, und mit diesen Aufnahmen ging Dumama zurück nach Berlin. In den darauf folgenden Jahren veränderte sich die Welt, aber auch das Innenleben der Künstlerin. Einerseits verlor Dumama mehrere Familienmitglieder, und gleichzeitig entschied sie sich, Ethnochoreologie zu studieren und sich mit immateriellem Kulturerbe auseinanderzusetzen.
So ist ein Album entstanden, das eine Meditation über Verletztsein und Verlust ist, währenddessen aber auch eine Autonomie zurückgewonnen wird bezüglich der Frage, wie Black Life archiviert wird. Es sind Dialoge zwischen Dumama, ihren Vorfahren und den Stimmen von musikhistorischen Grössen wie Miriam Makeba, Madosini und Busi Mhlongo. Für Dumama ist immaterielles kulturelles Erbe – also Oral History, Tanz und Performance – eine Technologie zur Gestaltung und Konservierung von Geschichte. Das hört man auch im collageartigen Sounddesign gewisser Songs.

2024 hat sich Dumama dann mit der Producerin Nandi Ndlovu zusammengetan, um all diese Aufnahmen neu zu überarbeiten. Ndlovu hat über drei Wochen alle Aufnahmen aus New York dekonstruiert, reorganisiert und ihr ganz eigenes sensibles Verständnis für Geschichten und zeitliche Bewegung mit integriert. Es sind oft sehr psychedelische, elektronische Elemente dazugekommen. Songs wurden gekürzt, verflochten und in drei Teile geteilt. Beats sind entstanden, und ganz viele Schichten an Stimmen sind dazugekommen.

Der Song «Layer After Layer», ist auf einem Sample eines Saxofons aufgebaut und hat eine emotionale Präzision, die an Mark Hollis von Talk Talk erinnert. «No Abiding City» hat einen starken Boom-Bap-Groove, der im Widerspruch zum viszeralen und wutgefüllten Song «Eating the Other» steht, in dem Dumama verschiedene Ahnen und Vorfahren verkörpert. «Mamma Carries» und «What the Rain Says» sind wiederum breitklingende Hymnen, die in absoluter Offenheit Geschichte, Familiengeschichten und Stimmen aus der Natur zu einem lebendigen Wesen vereinen.
«Towards an Expanse» ist ein anspruchsvolles und sehr Komplexes Album. Wer sich die Zeit nimmt, teils siebenminütige Songs zu hören und das Album als Gesamtwerk aufzunehmen, wird mit Sicherheit mit einer bleibenden Erfahrung belohnt. «Towards an Expanse» ist über Soundway Records erschienen. 

Die Woche

Lesungen, Theater, Diskussion, Musik, Ausstellungen und vieles mehr: Die Woche gegen Rassismus 2019 in Basel bietet ein vielfältiges Programm, sie findet statt von: Montag, 18. März bis Sonntag, 24. März 2019

Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten.

Während der ganzen Woche strahlt Radio X jeweils um 11:30 Uhr und um 16:30 Uhr thematische Beiträge aus.

Flyer Woche gegen Rassismus in Basel 2019

Medienmitteilung Woche gegen Rassismus 18.-24.3.19 mit Programm

 

 
Das Programm


Montag, 18. März 2019

Forumtheater "Sans Frontières" - Ein interaktiver Theaterabend zum Thema Diskriminierung und Rassismus. 

19.30 Uhr, KLARA (Clarastrasse 13)

Eintritt frei. 

 

Dienstag, 19. März 2019

Uni von unten: «Alltäglicher Ausnahmezustand: Racial Profiling in der Schweiz» mit Mohamed Wa Baile, Sarah Schilliger und Claudia Wilopo

19 Uhr, Internetcafé Planet 13 (Klybeckstrasse 60, 4057 Basel)

Eintritt frei.

 

Mittwoch, 20. März 2019

Liveübertragung Radio X, mit Interviews live vor Ort: Abendschule Import, Bla*ShTheater Niemandsland, Kulinarisches von Schnaboule Schnaboule und Musik zum Thema «Migration und Musik» mit Leila Moon.

17-22 Uhr, Keck Kiosk (Kaserne)

 

Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz

ab 19 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)

 

 

Donnerstag, 21. März 2019

Podiumsdiskussion «Racial Profiling» mit szenischen Sequenzen des Theaters Niemandsland.

Auf dem Podium: Michel Hostettler (Community Policing Kleinbasel), Tobias Burkhard (Ausbildungsleiter KaPo BS), Nahom Mehret (Schweizer, geb. in Eritrea), Yvonne Apiyo Brändle-Amolo (SP Politikerin Zürich, Künstlerin).

Moderation: Bernard Senn, SRF

Mit dabei: BastA!, STOPP Rassismus u.a.

19 Uhr, Offene Kirche Elisabethen

Eintritt frei. 

 

Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz

ab 19 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)

 

 

Freitag, 22. März 2019

Bla*Sh, Legion Seven, Brandy Butler (CH)

Mehrstimmige Lesung, Performance, Konzert, Büchertisch

19 Uhr (Doors: 18.30 Uhr), Rossstall II, Kaserne Basel

Eintritt frei.

 

Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz

ab 19 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)

 

 

Samstag, 23. März 2019

Afrika-Stadtrundgang des Zentrums für Afrikastudien

The tour will take place in English and is free of charge. Reservations are requested but not required. 

14 Uhr, meeting point: at the pyramides in front of the Offene Kirche Elisabethen

 

Offener Hörsaal: Interaktiver Parcours**, über Hürden und Weichen auf dem schweizerischen Bildungsweg

16.00-18.30 Uhr, Foyer Junges Theater Basel

Eintritt frei. 

 

Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz

ab 19 Uhr 

Input: Wie die Schweiz Migrant*innen 2019 isoliert und verwaltet.

20 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)

 

 

 

Sonntag, 24. März 2019

Afrika-Stadtrundgang des Zentrums für Afrikastudien auf Deutsch

14 Uhr, Treffpunkt: Pyramiden-Platz (Elisabethenstrasse)

Reservierung erbeten, aber nicht zwingend erforderlich.

Eintritt frei.

 

 

Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Neustrukturierung des Asylverfahrens und der Einführung der Bundeslager in der Schweiz. Mit der sogenannten Beschleunigung der Verfahren sollen Menschen effizienter verwaltet und ausgeschafft werden. Dafür nimmt das Staatssekretariat für Migration (SEM) Bundeslager in Betrieb, welche nicht nur die Unterbringung, sondern auch das gesamte Verfahren unter einem Dach zentralisieren und vereinheitlichen. Diese Praxis isoliert die betroffenen Menschen noch stärker vom Rest der Gesellschaft und lässt noch weniger Raum zur Selbstbestimmung. Um die Lagerpolitik umzusetzen, baut der Staat auf die Mitarbeit von Privatfirmen und NGOs.

 

** Bildungsparcours: Sprichst Du ausreichend Deutsch, um in der Schule mitzukommen? Wirst Du bei/auf deinem Bildungsweg unterstützt? Entsprichst Du den Bewertungskriterien des Schulsystems? Reicht das Geld für eine Ausbildung? Bringst Du die geforderten/nötigen Dokumente mit, um eine Ausbildung zu beginnen? Haben alle Menschen in der Schweiz dieselben Chancen auf Bildung? In einem interaktiven Parcours erfährst Du, welche Weichen gestellt werden und welche Hürden es zu überwinden gibt auf dem schweizerischen Bildungsweg. Ähnlich einem Leiter-Spiel, wirst Du, ausgestattet mit einer neuen Identität, unterschiedliche Aufgaben lösen, um Stufe für Stufe deinem Ziel näherzukommen.

 
Ausstrahlungstermine

 

Montag 18.3. - Sonntag, 24.3.19, täglich um 11.30 h (Wdh. 16.30 h)

Redaktionelle Beiträge auf Radio X zu diversen Themen in der Woche gegen Rassismus

u.a. mit FIASKO und STOPP Rassismus

 

Donnerstag 21.3., 18 h  & Samstag 23.3.19, 13 h

Sendung X-Plus von Schüler/innen der FMS Münchenstein

 

Samstag 23.3., 16 h & Sonntag 24.3.19, 10 h

Ausstrahlung der Podiumsdiskussion zu "Racial Profiling" vom Donnerstag 21.3.19 in der Offenen Kirche Elisabethen

Kontakt

tatiana.vieira@radiox.ch

rebecca.haeusel@radiox.ch

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Die Woche gegen Rassismus wird unterstützt durch:

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