Album der Woche
Die Sendung
Jede Woche stellt Radio X ein neues Album ausführlich vor. Meistens handelt es sich dabei um ein – aus Sicht der Musikredaktion – besonders empfehlenswertes Album, es kann aber auch sein, dass ein Album vorgestellt wird, das sehnlich erwartet wurde, auch wenn es den hohen Erwartungen nicht gänzlich gerecht wird.
OnAir
Montags im Kulturtipp: 7:15, 12:15, 17:15 Uhr
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Übersicht Alben der Woche: Liste
Podcast: Kultur/Info
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Alle Beiträge
Album der Woche: Don't Be Dumb von A$AP Rocky
Für die einen ist er ein Mode-Rapper, für die anderen ein Fashion-Killer. Nach acht Jahren Album-Pause erscheint nun sein viertes Studioalbum: A$AP Rocky – Don’t Be Dumb.
Album der Woche: Chapter 1 von Sault
Die Band Sault hat vor kurzem ihr 13. Album «Chapter 1» veröffentlicht. In diesem erkunden sie religiöse Themen, behandeln aber auch Konflikte. Der Sound ist ganz in Sault-Tradition nostalgisch und könnte aus dem Motown der 70er Jahre stammen. Zwischen teils konfrontativen Texten weben sie auch ermutigende Botschaften in mantraartiger Wiederholung. So ist ein Album entstanden, das sich ein bisschen zwiegespalten anfühlt, aber auch durch gekonnte minimalistische Grooves wieder vereint wird.
Album der Woche: Secret Love von Dry Cleaning
Wer auf markante Lyrics und repetitive Gitarrenmotive steht, ist vielleicht schon länger in Dry Cleaning verliebt. Auf ihrem dritten Album „Secret Love“ treibt die Band aus South London ihren surrealistischen Post-Punk weiter voran – diesmal mit mehr musikalischer Vulnerabilität und erstmals unter der Produktion von Cate Le Bon.
Album der Woche: The Happening von Salimata
«The Happening» ist das dritte Album der New Yorker Rapperin Salma Calhoun, alias Salimata, das auf dem Underground-Label 10K erschienen ist. Mit 14 Songs und 28 Minuten Spielzeit ist es ein kompaktes Album. Die Songs fühlen sich wie kurze Einblicke in den Alltag der Rapperin aus Brooklyn an – eine Rapperin, die zu 100 % New York ist: laut, zäh, extrem kompetitiv, schlagfertig und lustig, ab und zu aber auch sanft und sensibel.
Album der Woche: Saagara - 3 von Shackleton
Vor über einem Jahr ist das Album «3» des Indo-Jazz-Carnatic-Kollektivs Saagara veröffentlicht worden – ein Album, das 5 Musiker aus Jazz, neuer elektronischer Musik und karnatischer Musik vereint. Ein Jahr später ist das ganze Album neu veröffentlicht worden – komplett überarbeitet vom Dubstep-Pionier Shackleton der es schafft auf respektvolle und einfühlsame Art, ein Album radikal in etwas Neues zu verwandeln, ohne dessen Essenz zu verändern.
Unsere Lieblingsalben 2025: Blood Orange, KeiyaA und The New Eves
Die Musikredaktion wirft einen Blick zurück und präsentiert euch eine Auswahl von Alben, welche bei uns hoch und runter liefen.
Album der Woche: Miniatures von Dorian Concept
Manchmal braucht es kein Konzept, damit ein gutes Album entstehen kann. Das neue Album «Miniatures» vom österreichischen Keyboard-Genie Dorian Concept ist so eines. Nach viralem TikTok-Erfolg und auf Wunsch seiner Fans ist «Miniatures» als eine Art Sammlung von Tagebucheinträgen aus fast 20 Jahren minimalistischer YouTube-Synth-Improvisationen entstanden.
Album der Woche: What of Our Nature von Haley Heynderickx und Max García Conover
Fast ein Jahrhundert nach Woody Guthries Protestsongs klingt seine Haltung erschreckend aktuell. Jetzt greifen Haley Heynderickx und Max García Conover seinen Geist auf – und übersetzen ihn in ein neues Folk-Album, das Tradition und Gegenwart eindrucksvoll verbindet.
Album der Woche: Tranquilizer von Oneohtrix Point Never
Die sample-beladenen, collageartigen Kompositionen von Oneohtrix Point Never, schweben irgendwo zwischen Vaporwave, Ambient, New Age und funktionellem Chillout. Inspiriert von Sample-CDs aus den 90ern ist sein neues Album «Tranquilizer» eine moderne, wenngleich nostalgiebeladene Referenz an diese Stile – aber auch eine Kritik an unsere Zeit, in der der Lärm überstimulierter Gedanken keine Stille zulässt und mit Nostalgie übertönt werden muss.
Album der Woche: Hooke's Law von KeiyaA
Die Sängerin und Producerin KeiyaA hat vor fünf Jahren mit ihrem Debütalbum "Forever, Ya Girl" international viel Lob bekommen. Ihr neues Album "hooke’s law", hat Einflüsse von Soul und RnB bis hin zu Elektro und Jungle und ist ein Dokument des Überlebens, in dem sich die Künstlerin frei von Selbsturteilen dekonstruiert und wieder aufbaut.
Album der Woche: LUX von ROSALÍA
In den zwei Jahren seit ihrem letzten Album «Motomami» hat sich Rosalia neu orientiert und sich von Reggaeton, Party und schnellen Motorrädern gelöst, um sich ein Jahr lang mit dem Studium der Weltreligionen und ihren weiblichen Heiligenfiguren zu beschäftigen. So ist mit dem neuen Album LUX ein maximalistisches Pop-Album mit grossem Sound entstanden, das sich inhaltlich wie auch klanglich an der Vergangenheit inspiriert.
Album der Woche: Amixs mit Konjunktur Trochemuur
Vor Kurzem hat die Basler Band Amixs ihr neues Album «Konjunktur Trochemuur» im Sääli (zum Goldenen Fass) getauft. Es war ein fröhliches, schönes Fest und ein Heimspiel für die Band. Höchste Zeit also, die neue Amixs-LP bei uns vorzustellen. Dafür haben wir mit dem Songschreiber und Amixs-Sänger Simon Baumann gesprochen.
Album der Woche: Working in the Garden von Batbait
Vor Unkraut strotzt es viel, doch Widerstand muss erst mal kultiviert werden. Working in the Garden, das zweite Album der Zürcher Garagerock-Band Batbait, strotzt vor feministischen Prinzipien und findet nonchalante Formulierungen für mürbe Zustände.
Album der Woche: PALME CADELLI - tout le monde avec moi
Die Stimme von Anissa Cadelli trägt das Debütalbum tout le monde avec moi von Palme Cadelli wie ein exorzistisches Instrument. Zwischen Loops, Jazzpunk und radikaler Ehrlichkeit entstehen Songs, die sich gegen Muster und Konventionen stellen.
Album der Woche: From The Pyre von The Last Dinner Party
Ein Jahr nach ihrem Debüt laden The Last Dinner Party erneut ein – zu einem neuen musikalischen Festmahl. Mit ihrem zweiten Album From the Pyre legt die Band in Sachen Schalk, Pomp und Melodramatik noch einmal nach.
Album der Woche: Hollie Cook mit Shy Girl
Fast fünfzehn Jahre nach ihrem Debüt auf dem englischen Indie-Label Mr Bongo meldet sich Hollie Cook zurück! Mit Shy Girl veröffentlicht die britische Sängerin ihr fünftes Studioalbum – warm, ehrlich und voll sonnendurchtränkter Reggae-Vibes.
Album der Woche: Juniper von Joy Crookes
Vier Jahre nach ihrem gefeierten Debüt meldet sich Joy Crookes mit Juniper zurück – einem Album, das tiefer geht als je zuvor. Statt politischer Statements stehen persönliche Krisen, mentale Gesundheit und emotionale Heilung im Zentrum. Entstanden ist Soul mit Leichtigkeit und Stil.
Album der Woche: Michelangelo Dying von Cate Le Bon
In den neuen Songs von Cate Le Bon geht es um Schönheit wie um Verfall. Das siebte Studioalbum der enigmatischen DIY-Freak-Folk- und Art-Pop-Ikone ist ein Hörerlebnis, das von seinen vielen Ebenen lebt. Auch wenn Wiederholung und Chaos am Anfang als Nährboden dienten, sind daraus exquisite Kompositionen entstanden.
Unser Album der Woche: Hagen von Titanic
Vor kurzem ist das zweite Album Hagen vom Duo Titanic erschienen – ein Album, das so spannend wie ungreifbar ist. Als Avant-Garde-Pop-Album ist Hagen durch die Vielfalt an stilistischen Einflüssen und untypischen Songstrukturen vielleicht anspruchsvoll, aber dadurch umso interessanter. Wir hören Celli, dissonante Gitarren, die klare Stimme von Mabe Fratti und Drums in grossen, dramatischen Räumen, die das Album in eine Art elegante Endzeit-Oper verwandeln.
Album der Woche: Double Infinity von Big Thief
Kaum eine andere Band verbindet derart eindringlich Wärme im Sound, kompromisslose Aufrichtigkeit im Songwriting und eine beinahe kultische Fangemeinde. Nicht ohne Grund werden ihre Konzerte von Fans auch als sakrale Momente beschrieben. Double Infinity heisst das neue Studioalbum – entstanden während drei eisigen Winterwochen in New York, unter ungewöhnlichen Bedingungen.
Album der Woche: Gucken Up von Guck
GUCKED UP – so heisst das Debütalbum der Band GUCK. Ein Album, das vieles in 35 Minuten packt – eine Stimme, die herzlich bis bedrohlich klingen kann. Kantige Gitarrenriffs mit Wurzeln im Jazz, dazu Drums und Synthesizer, die zum Tanzen, aber auch zum Krieg aufrufen könnten. GUCKED UP ist ein zeitgenössisches Noise-Rock-Meisterwerk, das für viele neue Hörerinnen und Hörer dieses Sounds garantiert ein Einstieg werden wird.
Album der Woche: Essex Honey von Blood Orange
Trauer mag lähmen – oder schöpferische Kraft entfesseln. Für Dev Hynes, besser bekannt als Blood Orange, wurde der Verlust seiner Mutter zum Ausgangspunkt eines Albums, das tiefer und persönlicher klingt als alles zuvor.
Album der Woche: All Our Knives Are Always Sharp von Tony Njoku
All Our Knives Are Always Sharp – so heisst das neue, vierte Album von Tony Njoku. Eine cineastische Erkundung von Konfrontation und Konflikt, mit einer Klangwelt voller Gegensätze und einer grossen Portion Verletzlichkeit.
Album der Woche: u are the moonlight あなたは月のひかり von Aya Gloomy
Ist es schwebende Melancholie oder doch unruhige Glückseligkeit? Ein Hauch Bedroom Pop aus Harajuku, Tokio – von der DIY-Produzentin Aya Gloomy erwartet euch in ihrer neuen EP u are the moonlight.
Album der Woche: Offshore von Nadeem Din Gabisi
Der Londoner Künstler Nadeem Din Gabisi hat kürzlich sein zweites Album Offshore veröffentlicht. In diesem ambitionierten Werk erschafft er eine Welt um die Figur eines Fussballfans mit Migrationshintergrund, um verschiedene Aspekte und Fragen rund um Identität und Zugehörigkeit in England zu untersuchen. So ist ein Album entstanden mit einem sehr durchdachten Konzept und starken Texten, die genauso kritisch wie konstruktiv sind.
Album der Woche: The New Eve Is Rising von The New Eves
The New Eves stehen in der Tradition von Bands wie The Slits oder Patti Smith. Wenn sie auf ihrem Debütalbum die Jungfrau Maria als sexuelles Wesen darstellen, singen sie nicht nur subversive Texte – sie transformieren auch Kultur, Geschichtsschreibung und die beklemmenden Gazes der alten Welt. Vielleicht, um sich selbst zu befreien. Vielleicht, um uns zu retten.
Album der Woche: Juggling Dualities von rRoxymore
Juggling Dualities heisst das neue Album von rRoxymore alias Hermione Frank. Verwurzelt in House und Techno, entwickelt sich daraus etwas ganz Eigenes – mit Einflüssen aus Ambient und und New Age. Entstanden in schwierigen Zeiten und als eine Form der Selbstheilung, ist Juggling Dualities ein persönliches, sanftes und tiefgründiges Album – mit einer erfrischenden Dosis Humor und Selbstironie.
Album der Woche: Moisturizer von Wet Leg
Wet Leg sind immer noch Wet Leg – aber irgendwie auch transformiert: Die neuen Songs der Jokester-Band von der Isle of Wight haben Muskeln, Biss und eine Lust auf obsessive Lovesongs – geschrieben für die ganz grossen Festivalbühnen.
Album der Woche: Yowzers von Ben LaMar Gay
Yowzers heisst das neue Album des Chicagoer Komponisten und Musikers Ben LaMar Gay, das vor einem Monat auf dem Label International Anthem erschienen ist.
Als Geschichtenerzähler spricht er – zusammen mit seinem Quartett – aus unserer Gegenwart und repräsentiert eine moderne Americana, die aus schwarzer Folklore stammt und tief in Soul, Gospel, Blues und Jazz verwurzelt ist.
Album der Woche: Self Titled von Kae Tempest
Trotz opulenter Produktion schimmern Schmerz und Schönheit durch jede Zeile. Rapper, Dichter und Theatermacher Kae Tempest richtet seinen Blick auf dem fünften Album gekonnt nach Innen und findet Worte um Liebe zu bennenen, wie auch sich Transphobie entgegenzustellen.
Album der Woche: R4 von Black Sites
Das neue Album von Helena Hauff und Kris Jakob (F#X) ist destruktiv und belebend zugleich. Nun feiert Black Sites, ein Projekt das 2013 ins Leben gerufen und bald darauf wieder auf Eis gelegt wurde, nach über einem Jahrzehnt seine Wiedergeburt. Ihr hört Acid House, EBM und bohrende Texturen, perfekt für einen hallizunogenen Pacman-Rave,
Album der Woche: Reissue von Sa Discossa von Jo Tongo (1980)
Ein kleines Stück Afro-Disco-Geschichte ist diesen Monat neu aufgelegt worden: Sa Discossa, das zweite Album von L’Explosif Jo Tongo, einem weit gereisten Kameruner, für den Musik nie nur Unterhaltung war, sondern eine expressive Form, sich und das Leben um ihn rum zu reflektieren.
Album der Woche: Lotus von Little Simz
Little Simz nutzt die Trennung von einem ihrer langjährigsten Weggefährten als Chance zur Neuorientierung. So ist Lotus keine blosse Abrechnung, sondern steht für Heilung: Die Rapperin reflektiert, abstrahiert und transformiert ihre Erfahrungen, Erkenntnisse und Emotionen. Dies geschieht nicht in Isolation, sondern im Kontext einer Community, mit hörenswerten Features.
Album der Woche: Love & Rage von Lilac Attitude
Die erste Band ist wie die erste Liebe – unverblümt, chaotisch und oft geprägt von schrägen Akkorden, und erinnerungswürdigen Gigs. Basler Gen Z Punks Lilac Attitude stecken mitten drin in diesem Geflecht der Reize: Diese Woche veröffentlichen sie ihre allererste EP, Love and Rage.
Album der Woche: Big City Life von Smerz
Das norwegische Left-Field-Pop-Duo Smerz hat „Big City Life“ zum Leitthema ihres neuen Albums gemacht. Catharina Stoltenberg und Henriette Motzfeldt verbinden ihre Welten, das Innere fliesst ins Äussere – und man wünscht sich fast, dieser Städtetrip würde niemals enden.
Unser Album der Woche: Road Fever: New Generation Carnival Riddims from St. Lucia and Dominica
„Road Fever: New Generation Carnival Riddims from St. Lucia and Dominica“ ist eine Sammlung von Dennery Segment- und Bouyon-Beats - ein Destillat karibischer Karnevalsrhythmen: extrem schnelle, minimalistische Beats unter dem Einfluss von Trap, Drill, Dancehall sowie beschleunigtem Konpa und Kuduro. Dieser Party-Sound mit tiefen karibischen Wurzeln ist ein Sound, zu dem es schlichtweg unmöglich ist, sich nicht zu bewegen.
Album der Woche: Altogether Stranger von Lael Neale
Altogether Stranger ist das dritte Album von Lael Neale, veröffentlicht via Sub Pop Records. Oft fühlt sich das Gehäuse des Kassettenrekorders wie eine konfessionslose Kirche aus Plastik an. Die Mischung aus Pop und Weirdo-Pop umgarnen Deklarationen der Unbeholfenheit, das DIY Symphonium verhilft zu Stimmungen, welche beiderlei, befreien und bedrücken.
Album der Woche: Los Thuthanaka
Das Debütalbum von Los Thuthanaka ist ein anspruchsvolles Instrumentalalbum, tief verwurzelt in der Aymara-Kultur. Das Geschwisterpaar hinter dem Projekt hat es geschafft, ein antikoloniales Meisterwerk zu erschaffen, das einen in Trance durch eine queere Welt voller verzerrter Gitarren, Synth-Stabs, Samples von bellenden Hunden und DJ-Tags führt.
Album der Woche: Weirdo von Emma-Jean Thackray
Es ist gewissermassen eine persönliche Tour de Force. Sie hat in den letzten Jahren mit Verlust und mentalen Problemen gekämpft, doch am Ende war es die Musik, die sie gerettet hat. Auf Weirdo, ihrem zweiten Album, setzt sich Emma-Jean Thackray mit diesen Themen auseinander. Es ist eklektische Musik, selbst eingespielt und produziert, von einer neurodiversen Multiinstrumentalistin mit ausgefallenem Geschmack.
Album der Woche: Inlandquake #TN
Der Basler Verein Erratic Boulders veröffentlicht diese Woche die Compilation Inlandquake Tunesien. Es handelt sich um eine Sammlung von 24 Songs aus der tunesischen experimentellen Szene, die sich von Drone und Noise bis zu Bass Music und Horror-Rap erstreckt.
Album der Woche: Forever Howlong von Black Country, New Road
Was vorher eine Kammerorchester-Postpunk-Band war, ist jetzt zunehmend zu einem Folk-Ensemble mutiert. Für ihr drittes Studioalbum haben sich Black Country, New Road neu definiert: Ohne den ehemaligen Sänger und Songwriter stehen sie jetzt mit einem female fronted Dreiklang an Musiker:innen da, die verquere Songs über Freundschaft schreiben. Forever Howlong ist märchenhaft, emotional, zeitweise grausam.
Album der Woche: 'Can't Lose My Soul' von Annie & The Caldwells
Annie & the Caldwells ist ein Soul-Septett, in dem alle Bandmitglieder zur selben Familie gehören. Sie machen Soul-Musik, die vom Leben erzählt – vom Leben mit Familie, Gemeinschaft und einem Job, für den man jeden Tag aufstehen muss, um über die Runden zu kommen. Mit ihrem neuen Album Cant Lose My Soul ist ein zugleich spirituelles und bodenständiges Gospel-Soul-Album entstanden, das vor Ehrlichkeit nur so strotzt.
Album der Woche: Side A Side B von Leopardo
Wie kann man vermeiden, immer wieder in die selben Muster hineinzufallen? Vielleicht mit einem feinfühligen sense of wonder, so wie es die post-Fribourger Band Leopardo mit ihrem neuen Album Side A Side B darlegt. Falsche Töne spielen hier eine Hauptrolle.
Album der Woche: Yarin Yoksa von Derya Yildirim und Grup Simsek
Das neue Album von Derya Yildirim & Grup Simsek aus Hamburg wurde in Zusammenarbeit mit Leon Michels in Brooklyn, New York, produziert. Im Studio von Big Crown Records wurden bereits die Alben von Sharon Stone (Daptone Records) aufgenommen. Entsprechend soulig und warm klingen die neuen Songs von Derya Yildirim.
Unser Album der Woche: Cruda von Giulia Dabalà
Das neue Album *Cruda* der Sängerin und Produzentin Giulia Dabalà ist ein Pop-Album, das der Künstlerin aus der Romandie mit italienischen Wurzeln ermöglicht hat, neue Themen zu behandeln. Es sind sehr unterschiedliche Songs entstanden – über Themen wie den Umgang mit Wut und Selbstkritik, aber auch über die Liebe zu sich selbst und zu Familienmitgliedern aus verschiedenen Generationen.
Album der Woche: Saya von Saya Gray
Die knapp 30-jährige Musikerin sagt, sie fühle sich jetzt schon wie eine alte Frau. Ihre musikalische Kompetenz jedenfalls, ist äusserst herangereift. Ihr zweites Album Saya, das im Februar erschienen ist, wirkt klar in der Ausführung, spielerisch im Wechsel der Stile und inhaltlich ehrlich – nicht schlecht, für ein Breakup-Album.
Album der Woche: Like A Ribbon von John Glacier
Eigentlich ist sie schon längst ein Star, obwohl erst letzten Freitag ihr Debütalbum erschienen ist. John Glacier, geboren und aufgewachsen in Hackney, ist eine Rapperin aus East London mit grosser Stream-of-conciousness-Sinnlichkeit. Ihre Worte in den Tracks klingen oft beiläufig, fast nebensächlich, und resonieren trotzdem.
Album der Woche: Choke Enough von Oklou
Die Pop-Künstlerin Oklou hat ein Album geschaffen, das Trance- und Eurodance-Elemente ohne Ironie integriert. Gleichzeitig bringt sie die Tiefe und Sicherheit einer Musikerin mit, die klassische Instrumente erlernt hat – ihre Songs baut sie von Grund auf sorgfältig auf und fügt nur dann das nächste Element hinzu, wenn es wirklich nötig ist. So ist ein wunderschönes, minimalistisches Juwel entstanden, das Einflüsse aus Hyperpop, Trance, Vapourwave und klassischer Barockmusik vereint.
Album der Woche: Glutton for Punishment von Heartworms
Jojo Orme singt von Kriegen als wären sie Amplifikationen der vielen kleinen Kriege, die wir mit anderen, aber auch mit uns selbst führen. Als Heartworms nutzt sie Metaphern von Flugzeugen aus dem Zweiten Weltkrieg und gibt sich dabei in gotisch-fetischisierenden Schwarz-Weiss. Abstossend ist das allerdings nicht – vielmehr ist dieses Debütalbum erwachsen, intelligent und vertont mit geschmackvollen Grauen.
Album der Woche: Eusexua von FKA Twigs
FKA Twigs veröffentlicht nach "LP1" (2014) und "Magdalene" (2019) mit "Eusexua" ihr drittes Album. Es ist eine Ode an die Rave-Kultur und an das Gefühl von Befreiuung im Club.
Album der Woche: Perverts von Ethel Cain
Es kommt selten vor, dass Künstler*innen, die über längere Zeit einen Sound entwickeln und damit bis in den Mainstream erfolgreich sind, ein neues Werk veröffentlichen, das radikal anders klingt. Mit ihrer neuen EP Perverts verlässt Ethel Cain die Welt des Alternative Pop und taucht in die düstere Welt von Drone und Slowcore ein – um in der Tradition des American Gothic die verletzliche Seite der menschlichen Existenz in all ihren dunklen Facetten zu erkunden.