Woche gegen Rassismus 2019

Collage von Franziska Baumgartners Werken. Zwei Nahaufnahmen aus ihren Video-Installationen, Flüssigkeiten sehen aus wie Zellen. In der Mitte eine Ansicht der Ausstellungswand mit Acryl- und Tuscharbeiten.

Mikrotopia: Die Materie im Fokus

Was passiert, wenn wir uns selbst einmal aus dem Mittelpunkt nehmen und die Aufmerksamkeit ganz gezielt auf die Materie lenken? Die Basler Künstlerin Franziska Baumgartner lädt im Artstübli dazu ein, das Kleine ganz gross zu sehen. von Noemie Keller

26.03.26 Mikrotopia Franziska Baumgartner

Beitrag zur Ausstellung Mikrotopia von Franziska Baumgartner im Artstübli.

 

Wer das Artstübli am Basler Steinentorberg betritt, wird von einem tiefen, hüllenden Brummen empfangen. Es ist der Sound von Frequenzen, die nicht nur den Raum füllen, sondern auch das Herzstück der Ausstellung widerspiegeln: Drei Video-Projektionen am Boden zeigen Flüssigkeiten, die durch Schwingungen in Bewegung geraten. Was dort zu sehen ist, erinnert an sich teilende Zellen, an biologische Ursuppe oder fremdartige Organismen.

Ein Bild in Graustufen, darauf eine Flüssigkeit die Blasen bildet und aussieht wie eine sich teilende Zelle
Von Franziska Baumgartner, Mikrotopia, zu sehen im Artstübli

Zwischen Labor und Poesie

An der gegenüberliegenden Wand hängen streng gereihte, quadratische Bilder in Graustufen. Resultate unzähliger Experimente mit Tusche und Acryl. Es ist ein Spiel mit Viskositäten und Oberflächenspannungen, ein prozessorientiertes Arbeiten mit viel Experimentieren und Beobachtung.

„Ich plädiere für einen Blick weg vom Menschen, hin zur Wirkmacht der Materie“, erklärt Baumgartner im Interview mit Radio X.

An einer weissen Wand hängen quadratische Bilder: Der Hintergrund ist jeweils schwarz, darauf zu sehen sind Gebilde aus Tusche und Acryl in Graustufen, welche an Mikroorganismen erinnern.
Werke von Franziska Baumgartner, Mikrotopia, zu sehen im Artstübli

Der Mensch als Teil des Ganzen

Franziska Baumgartner stellt die Materie in den Fokus und möchte menschliche Hierarchien aussen vorlasssen.  Und dennoch: Auch wenn die Materie autonom agieren soll, fängt das menschliche Gehirn beim Betrachten sofort an zu interpretieren. Wir suchen nach bekannten Mustern, nach Leben, nach einer Geschichte.

Dieser Widerspruch ist von der Künstlerin durchaus gewollt. Die Atmosphäre in «Mikrotopia» schwankt bewusst zwischen faszinierender Ästhetik und einem leichten Unbehagen.

"Ich finde, es macht den Raum auf, weil es einem auch emotional betrifft, wenn man etwas abstossend oder anziehend findet und wenn es ambivalent ist... Ich glaube, man ist sehr stark mit sich selbst konfrontiert. Man muss irgendwie schauen, was passiert gerade, was sehe ich eigentlich da? Warum, was macht es jetzt mit mir? Also es wirft einen zurück auf sich selber."

Am Ende wird der Blick auf das Kleine zum Spiegel für uns selbst. Für Baumgartner ist genau das die eigentliche Utopie: Die Erkenntnis, dass alles, ob lebendig oder nicht-lebendig, miteinander verbunden ist.

Einladung zum genauen Hinsehen

«Mikrotopia» ist keine laute Ausstellung. Sie ist eine Einladung zur Entschleunigung und zum präzisen Beobachten. Wer sich auf das Wechselspiel aus Ordnung und Chaos einlässt, verlässt die Galerie vielleicht mit einem geschärften Blick für die kleinen Wunder, die uns im Alltag oft verborgen bleiben.

"Ich glaube, ich würde mir wünschen, dass es auch eine Freude auslöst am Beobachten, am Details erkennen, in Strukturen und Formen, die man auch in der Umwelt eigentlich entdecken kann, wenn man hinschaut. Und dass sie vielleicht mit einem geschärften Blick oder einem geschärften Interesse ihren Blick aufs Aussen richten."

Mikrotopia ist noch bis zum 25. April 2026 im Artstübli, Steinentorberg 28 in Basel, zu sehen. Die Öffnunngszeiten sind jeweils Donnerstag und Freitag von 11 bis 18 Uhr und Samstag von 14 bis 18 Uhr.

 

Die Woche

Lesungen, Theater, Diskussion, Musik, Ausstellungen und vieles mehr: Die Woche gegen Rassismus 2019 in Basel bietet ein vielfältiges Programm, sie findet statt von: Montag, 18. März bis Sonntag, 24. März 2019

Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten.

Während der ganzen Woche strahlt Radio X jeweils um 11:30 Uhr und um 16:30 Uhr thematische Beiträge aus.

Flyer Woche gegen Rassismus in Basel 2019

Medienmitteilung Woche gegen Rassismus 18.-24.3.19 mit Programm

 

 
Das Programm


Montag, 18. März 2019

Forumtheater "Sans Frontières" - Ein interaktiver Theaterabend zum Thema Diskriminierung und Rassismus. 

19.30 Uhr, KLARA (Clarastrasse 13)

Eintritt frei. 

 

Dienstag, 19. März 2019

Uni von unten: «Alltäglicher Ausnahmezustand: Racial Profiling in der Schweiz» mit Mohamed Wa Baile, Sarah Schilliger und Claudia Wilopo

19 Uhr, Internetcafé Planet 13 (Klybeckstrasse 60, 4057 Basel)

Eintritt frei.

 

Mittwoch, 20. März 2019

Liveübertragung Radio X, mit Interviews live vor Ort: Abendschule Import, Bla*ShTheater Niemandsland, Kulinarisches von Schnaboule Schnaboule und Musik zum Thema «Migration und Musik» mit Leila Moon.

17-22 Uhr, Keck Kiosk (Kaserne)

 

Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz

ab 19 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)

 

 

Donnerstag, 21. März 2019

Podiumsdiskussion «Racial Profiling» mit szenischen Sequenzen des Theaters Niemandsland.

Auf dem Podium: Michel Hostettler (Community Policing Kleinbasel), Tobias Burkhard (Ausbildungsleiter KaPo BS), Nahom Mehret (Schweizer, geb. in Eritrea), Yvonne Apiyo Brändle-Amolo (SP Politikerin Zürich, Künstlerin).

Moderation: Bernard Senn, SRF

Mit dabei: BastA!, STOPP Rassismus u.a.

19 Uhr, Offene Kirche Elisabethen

Eintritt frei. 

 

Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz

ab 19 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)

 

 

Freitag, 22. März 2019

Bla*Sh, Legion Seven, Brandy Butler (CH)

Mehrstimmige Lesung, Performance, Konzert, Büchertisch

19 Uhr (Doors: 18.30 Uhr), Rossstall II, Kaserne Basel

Eintritt frei.

 

Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz

ab 19 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)

 

 

Samstag, 23. März 2019

Afrika-Stadtrundgang des Zentrums für Afrikastudien

The tour will take place in English and is free of charge. Reservations are requested but not required. 

14 Uhr, meeting point: at the pyramides in front of the Offene Kirche Elisabethen

 

Offener Hörsaal: Interaktiver Parcours**, über Hürden und Weichen auf dem schweizerischen Bildungsweg

16.00-18.30 Uhr, Foyer Junges Theater Basel

Eintritt frei. 

 

Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz

ab 19 Uhr 

Input: Wie die Schweiz Migrant*innen 2019 isoliert und verwaltet.

20 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)

 

 

 

Sonntag, 24. März 2019

Afrika-Stadtrundgang des Zentrums für Afrikastudien auf Deutsch

14 Uhr, Treffpunkt: Pyramiden-Platz (Elisabethenstrasse)

Reservierung erbeten, aber nicht zwingend erforderlich.

Eintritt frei.

 

 

Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Neustrukturierung des Asylverfahrens und der Einführung der Bundeslager in der Schweiz. Mit der sogenannten Beschleunigung der Verfahren sollen Menschen effizienter verwaltet und ausgeschafft werden. Dafür nimmt das Staatssekretariat für Migration (SEM) Bundeslager in Betrieb, welche nicht nur die Unterbringung, sondern auch das gesamte Verfahren unter einem Dach zentralisieren und vereinheitlichen. Diese Praxis isoliert die betroffenen Menschen noch stärker vom Rest der Gesellschaft und lässt noch weniger Raum zur Selbstbestimmung. Um die Lagerpolitik umzusetzen, baut der Staat auf die Mitarbeit von Privatfirmen und NGOs.

 

** Bildungsparcours: Sprichst Du ausreichend Deutsch, um in der Schule mitzukommen? Wirst Du bei/auf deinem Bildungsweg unterstützt? Entsprichst Du den Bewertungskriterien des Schulsystems? Reicht das Geld für eine Ausbildung? Bringst Du die geforderten/nötigen Dokumente mit, um eine Ausbildung zu beginnen? Haben alle Menschen in der Schweiz dieselben Chancen auf Bildung? In einem interaktiven Parcours erfährst Du, welche Weichen gestellt werden und welche Hürden es zu überwinden gibt auf dem schweizerischen Bildungsweg. Ähnlich einem Leiter-Spiel, wirst Du, ausgestattet mit einer neuen Identität, unterschiedliche Aufgaben lösen, um Stufe für Stufe deinem Ziel näherzukommen.

 
Ausstrahlungstermine

 

Montag 18.3. - Sonntag, 24.3.19, täglich um 11.30 h (Wdh. 16.30 h)

Redaktionelle Beiträge auf Radio X zu diversen Themen in der Woche gegen Rassismus

u.a. mit FIASKO und STOPP Rassismus

 

Donnerstag 21.3., 18 h  & Samstag 23.3.19, 13 h

Sendung X-Plus von Schüler/innen der FMS Münchenstein

 

Samstag 23.3., 16 h & Sonntag 24.3.19, 10 h

Ausstrahlung der Podiumsdiskussion zu "Racial Profiling" vom Donnerstag 21.3.19 in der Offenen Kirche Elisabethen

Kontakt

tatiana.vieira@radiox.ch

rebecca.haeusel@radiox.ch

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Die Woche gegen Rassismus wird unterstützt durch:

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