BSounds

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BSounds ist die Sendung zur Basler Musikszene. Jeden Montag Abend stellen wir euch die neusten Alben und die aktuellen Bands aus Basel vor, wir senden Interviews, Konzerttips und verlosen Tickets für Clubs und Konzerte in Basel.

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Album der Woche: I Have To Get Hotter von The Femcels

Mit ihrem Debütalbum I Have to Get Hotter liefern The Femcels einen grell schillernden Kommentar auf Überreizung, Hyperindividualismus und digitale Selbstinszenierung. von Mirco Kaempf

ADW The Femcels - I Have To Get Hotter

Das Debütalbum der Femcels erschien Ende Januar 2026 und tönt wie Saure Zungen auf TikTok

Das Internet bleibt ein paradoxes Biest: flüchtig und zugleich ein unerschöpfliches Archiv. Zwischen viralen Momenten und algorithmischem Vergessen werden spontane Schnappschüsse aus dem echten Leben zu kurzlebigen Phänomenen – oder zu popkulturellen Fixpunkten.

In diesem Spannungsfeld bewegt sich auch das Londoner Duo The Femcels, bestehend aus der Illustratorin Rowan Miles und der Programmiererin Gabriella Turton. Mit ihrem Debütalbum I Have to Get Hotter liefern sie einen grell schillernden Kommentar auf Überreizung, Hyperindividualismus und digitale Selbstinszenierung.

Musikalisch greifen The Femcels auf Elemente aus Punk, Riot Grrrl und Early PC Music zurück – und orchestrieren daraus ein kontrolliertes Chaos. Die Tracks klingen, als würde man sich durch einen endlosen Dopamin-Feed scrollen: laut, überdreht, süßlich – und gleichzeitig verstörend vertraut.

Schon die Songtitel – etwa “No One Will Fuck Me When I Wear Two Different Shoes (One Jordan, One Gucci Flip Flop)” oder “Please Don’t Stab Yourself (Like Elliott Smith)” – deuten an, dass das Duo wenig Interesse an musikalischer Konvention oder Zurückhaltung hat. Stattdessen kultivieren sie einen überzeichneten Humor, der zwischen Selbstironie und Verzweiflung pendelt.

Hinter all dem Lärm liegt jedoch ein präziser Blick auf die Gegenwart. I Have to Get Hotter ist weniger eine Provokation als vielmehr eine pointierte Zustandsbeschreibung: ein Soundtrack zur Überstimulation einer Generation, die ständig zwischen Lachen, Schreien und Erschöpfung oszilliert.