BuchBasel 2019
Live vom Literaturfestival
Radio X überträgt die BuchBasel am Samstag, 9. November und am Sonntag, 10. November aus der KLARA. Mit Autoren*innen live im Interview, Gästen aus aller Welt und der Übertragung des 12. Schweizer Buchpreises aus dem Theater Basel. Kommt vorbei und setzt euch zu uns - wir verraten euch die neusten und spannendsten literarischen Leckerbissen.
Ist die schweizer Gesellschaft rassistischer geworden?
Die Zahlen gemeldeter Rassismus Vorfälle in der Schweiz sind auch 2025 wieder gestiegen. Das hat das Beratungsnetz für Rassismusopfer erhoben. von Luisa Later
26.05.17 Ist die schweizer Gesellschaft rassistischer geworden?
Die Zahlen der Rassismusvorfällle in der Beratungspraxis sind 2025 wieder gestiegen.
Das Beratungsnetz für Rassismusopfer bringt jedes Jahr einen Bericht über die gemeldeten Fälle von rassistischer Diskriminierung heraus. Dabei wurde ausgewertet, dass 1245 Fälle gemeldet wurden. Das sind im Vergleich zum Vorjahr 3% mehr. Die Gründe für den Anstieg sieht das Netzwerk einerseits darin, dass mehr Menschen rassistische Diskriminierung erkennen und sich Unterstützung suchen. Andererseits tragen rassistische Debatten und Hetze dazu bei, dass sich Menschen offener rassistisch äussern.
Die Dunkelziffer ist deutlich höher
Die gemeldeten Zahlen zeigen jedoch nur einen Teil der Realität. Viele Fälle von rassistischer Diskriminierung werden nicht gemeldet, somit ist die Dunkelziffer höher. Das liegt auch daran, dass Betroffene teilweise nicht wissen, dass ihnen das Angebot der Beratungsstellen zusteht. Eine bessere Finanzierung für mehr Sichtbarkeit und Reichweite der Beratungsstellen könnte dem entgegenwirken.
Junge Menschen in Schulen oder Ausbildung sind besonders häufig betroffen
Besonders häufig ereignet sich rassistische Diskriminierung am Arbeitsplatz sowie in Schulen und Ausbildungseinrichtungen. Deshalb sollten diese Bildungsinstiutionen zukünftig mehr Sensibilisierungsangebote bekommen, sagt Nora Riss, Leiterin der Beratungsstelle für Rassismusopfer im Interview mit Radio X.
Viele Betroffene wünschen sich vor allem klärende Gespräche statt rechtlicher Schritte. Das Beratungsnetz unterstützt dabei mit Beratung und Mediation.
Antischwarzer Rassismus am häufigsten gemeldet
Antischwarzer Rassismus war das meistgenannte Diskriminierungsmotiv, gefologt von Ausländer:innen- und Fremdenfeindlichkeit. Das zeigte sich beispielsweise im Fall der Fussballerin Jasmine Imboden, die auf dem Spielfeld rassistisch beschimpft wurde. Obwohl sie den Vorfall meldete, hatte dies keine Konsequenzen für die Täter:innen. Nun arbeitet sie gemeinsam mit der Beratungsstelle an einer Petition, um Konsequenzen für Täter:innen zu fordern und die Aufklärung über rassistische Diskriminierung auf dem Spielfeld zu stärken.