Das IRAN Update

Seit dem Tod der 22jährigen Kurdin, Mahsa Jina Amini setzen täglich tausende Menschen in Iran ihr Leben aufs Spiel. Aus den Protesten, die im September begonnen haben, hat sich eine Revolution entwickelt. Seither strömen jeden Tag neue, schreckliche, aber auch beeindruckende News über Twitter, Instagram und TikTok zu uns. Den Überblick über die aktuelle Situation in Iran zu behalten, ist eine Herausforderung.

"Das IRAN Update" setzt genau da an und verschafft einen wöchentlichen Rückblick auf die Geschehnisse in Iran. Die Hosts, Gilda Sahebi und Sahar Eslah, besprechen die wichtigsten Themen, werfen einen kritischen Blick auf Kommentare von Expert*innen, Journalist*innen und Politiker*innen und erklären politische und geschichtliche Zusammenhänge.

Eine Produktion von 190p GmbH.

Weil es uns von Radio X wichtig ist, unsere Hörer:innen regelmässig und mit der nötigen Tiefe über die Lage im Iran zu informieren, haben wir bei Gilda Sahebi und Sahar Eslah angefragt, ob wir ihren Podcast ausstrahlen dürfen. Du hörst ihn ab dem 2. Dezember jeweils freitags um 14 Uhr auf Radio X. Herzlichen Dank an dieser Stelle an alle Beteiligten. 

Alle Podcast-Folgen zum Nachhören

Bevölkerungsrat Basel: Politische Mitbestimmung per Losverfahren

Politische Mitbestimmung per Losverfahren: Mit dem Pilotprojekt «Bevölkerungsrat Basel» wird erstmals in der Schweiz getestet, wie ausgeloste Bürger:innen politische Empfehlungen erarbeiten und die Politik mitgestalten können. von Nahom Mehret

26.06.21 Bevölkerungsrat Basel

Der Bevölkerungsrat soll Menschen eine politische Stimme geben, die sonst gar nicht oder nur schwach im Parlament hörbar sind.

Kann ein Losverfahren dazu beitragen, politische Empfehlungen zu erarbeiten? Was zunächst ungewöhnlich klingt, könnte in Basel schon bald Realität werden. Mit dem Pilotprojekt «Bevölkerungsrat Basel» wird erstmals in der Schweiz getestet, wie ein Bevölkerungsrat in das politische System eines Kantons eingebunden werden kann.

Die Idee dahinter: Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen sollen sich vertieft mit politischen Fragestellungen auseinandersetzen und ihre Perspektiven in politische Prozesse einbringen. Der Bevölkerungsrat wird dabei in einem zweistufigen Losverfahren zusammengestellt. Ziel ist es, die Bevölkerung möglichst vielfältig und repräsentativ abzubilden.

Für die Projektleiterin Claire Schärer liegt die Bedeutung des Bevölkerungsrats vor allem darin, mehr Menschen in politische Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Denn im Kanton Basel-Stadt verfügt heute mehr als die Hälfte der Wohnbevölkerung über kein oder noch kein Stimmrecht. Dazu gehören Menschen ohne Schweizer Pass sowie Jugendliche unter 18 Jahren.

«Wir sprechen hier von der Wohnbevölkerung, nicht nur von der Stimmbevölkerung», sagt Claire Schärer. Der Bevölkerungsrat soll deshalb insbesondere jenen Menschen eine politische Stimme geben, die in den bestehenden politischen Institutionen wenig oder gar nicht vertreten sind.

Dabei soll der Bevölkerungsrat das Parlament nicht ersetzen. Vielmehr versteht sich das Gremium als ergänzendes Format, das die Perspektiven der Basler Wohnbevölkerung in politische Diskussionen einbringt. Damit der Bevölkerungsrat seine Aufgabe erfüllen kann, sei es wichtig, dass die Bevölkerung vom Projekt erfährt und sich damit auseinandersetzt.

Die Mitglieder des Bevölkerungsrats erarbeiten zu ausgewählten politischen Themen Empfehlungen, die anschliessend an die Politik weitergegeben werden. Damit diese Empfehlungen nicht folgenlos bleiben, brauche es eine klare Anbindung an die bestehenden politischen Institutionen, betont Schärer.

Das Projekt befindet sich noch in einer frühen Phase. Ob der Bevölkerungsrat künftig ein fester Bestandteil des politischen Systems in Basel wird, bleibt offen. Das Pilotprojekt soll nun zeigen, welches Potenzial dieses Beteiligungsformat für die politische Mitwirkung der Bevölkerung hat.

Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter Bevölkerungsrat Basel