Das IRAN Update

Seit dem Tod der 22jährigen Kurdin, Mahsa Jina Amini setzen täglich tausende Menschen in Iran ihr Leben aufs Spiel. Aus den Protesten, die im September begonnen haben, hat sich eine Revolution entwickelt. Seither strömen jeden Tag neue, schreckliche, aber auch beeindruckende News über Twitter, Instagram und TikTok zu uns. Den Überblick über die aktuelle Situation in Iran zu behalten, ist eine Herausforderung.

"Das IRAN Update" setzt genau da an und verschafft einen wöchentlichen Rückblick auf die Geschehnisse in Iran. Die Hosts, Gilda Sahebi und Sahar Eslah, besprechen die wichtigsten Themen, werfen einen kritischen Blick auf Kommentare von Expert*innen, Journalist*innen und Politiker*innen und erklären politische und geschichtliche Zusammenhänge.

Eine Produktion von 190p GmbH.

Weil es uns von Radio X wichtig ist, unsere Hörer:innen regelmässig und mit der nötigen Tiefe über die Lage im Iran zu informieren, haben wir bei Gilda Sahebi und Sahar Eslah angefragt, ob wir ihren Podcast ausstrahlen dürfen. Du hörst ihn ab dem 2. Dezember jeweils freitags um 14 Uhr auf Radio X. Herzlichen Dank an dieser Stelle an alle Beteiligten. 

Alle Podcast-Folgen zum Nachhören

Nationale Abstimmungsvorlage: «Keine 10-Millionen-Schweiz!»

Am 14. Juni wird über zwei nationale Abstimmungsvorlagen sowie über mehrere kantonale Vorlagen in Basel-Stadt und Baselland abgestimmt. Auf nationaler Ebene geht es um die Änderung des Zivildienstgesetzes sowie um die Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!». Im heutigen Politspecial erfährst du einfach und direkt alles Wichtige zur Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!». von Nahom Mehret

26.05.28 Keine 10-Millionen-Schweiz

Am 14. Juni stimmt das schweizer Stimmvolk über die Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» ab. Die Initiative fordert, dass die Wohnbevölkerung der Schweiz bis 2050 nicht auf über 10 Millionen Menschen anwächst.

Das wichtigste in Kürze:

Am 14. Juni stimmt das schweizer Stimmvolk über die Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!» ab. Die Initiative fordert, dass die Wohnbevölkerung der Schweiz bis 2050 nicht über 10 Millionen Menschen wächst.

Wird diese Grenze überschritten, müssten Bundesrat und Parlament Massnahmen ergreifen. Als letzte Konsequenz könnte sogar das Personenfreizügigkeitsabkommen mit der EU gekündigt werden. Dadurch könnten auch weitere bilaterale Verträge mit der EU wegfallen.

Worum geht es:

Die Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!» verlangt, dass die Wohnbevölkerung der Schweiz bis zum Jahr 2050 nicht über 10 Millionen Menschen wächst. Laut Prognosen des Bundesamts für Statistik könnte die Schweiz bereits in den nächsten Jahren die Marke von 9,5 Millionen Einwohner:innen überschreiten.

Wird die Grenze von 10 Millionen Menschen erreicht, müssten Bundesrat und Parlament laut Initiative Massnahmen ergreifen, um das Bevölkerungswachstum wieder zu senken. Vorgesehen wären zunächst Einschränkungen beim Familiennachzug. Falls diese Massnahmen nicht ausreichen würden, müsste die Schweiz als letzte Konsequenz auch das Personenfreizügigkeitsabkommen mit der Europäischen Union kündigen.

Eine Kündigung der Personenfreizügigkeit hätte weitreichende Folgen für die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU. Denn das Abkommen ist Teil der sogenannten Bilateralen Verträge I. Fällt die Personenfreizügigkeit weg, könnten automatisch auch weitere wichtige Abkommen wegfallen, etwa in den Bereichen Handel, Verkehr, Forschung oder Landwirtschaft.

Argumente dafür:

Die SVP und das Initiativkomitee begründen ihre Forderung mit dem starken Bevölkerungswachstum der letzten Jahre. Laut ihnen sei die Bevölkerung innerhalb von rund zwölf Jahren um etwa eine Million Menschen gewachsen. Die zusätzliche Zuwanderung führe zu steigenden Mieten, Wohnungsknappheit, mehr Verkehr sowie zusätzlichem Druck auf Natur, Infrastruktur, Schulen und das Gesundheitswesen.

Argumente dagegen:

Die Gegner:innen warnen hingegen vor wirtschaftlichen Folgen. Viele Branchen wie das Gesundheitswesen, die Pflege, die Gastronomie oder das Baugewerbe seien auf ausländische Fachkräfte angewiesen. Bundesrat und Parlament befürchten deshalb einen stärkeren Fachkräftemangel und wirtschaftliche Nachteile für die Schweiz. Zudem könnte eine Kündigung der Personenfreizügigkeit die bilateralen Beziehungen mit der EU gefährden und zusätzliche Kosten im Sicherheits- und Asylbereich verursachen.

Parolenspiegel:

Für die Initiative ist die SVP. Gegen die Initiative: Bundesrat, Parlament, SP, FDP, Mitte, Grüne, GLP, EVP, LDP, Basta sowie Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften.