Woche gegen Rassismus 2019
Die Woche für dich zusammengefasst
Es ist Sonntag, der 21. Dezember, und das ist der Wochenrückblick mit folgenden Themen: Kulturstadt Jetzt fordert Nachbesserungen am Kulturleitbild Basel, das Parlament spricht der Luftfahrtbranche 10 Millionen Fördergelder zu, auch der Grosse Rat spricht dem Verein Gare du Nord mehr Geld zu und das Herzstück Basel wird durch eine S-Bahnlinie ersetzt.
25.12.21. Wochenrückblick
Kulturstadt Jetzt fordert Nachbesserungen am Kulturleitbild Basel-Stadt
Das Komitee Kulturstadt Jetzt, kurz KSJ, fordert Nachbesserungen am Kulturleitbild Basel-Stadt. Das wurde in einer Medienmitteilung am Dienstag bekanntgegeben.
Einerseits würde man die Vision aus dem Kulturleitbild von Basel als lebendiger Kulturstadt unterstützen. Aber trotzdem würde die breite Kulturszene zu wenig berücksichtigt werden. Der Fokus sitze zu sehr auf Leuchttürmen und selektiven Förderschwerpunkten. Dadurch würde man kleinere Kulturformen schwächen.
Sebastian Schlegel, der Geschäftsführer von Kulturstadt Jetzt, nennt hier als Beispiel die Festivallandschaft in Basel. Festivals würden nur ab einer Förderung von 150 000 Franken in einen Förderschwerpunkt kommen. Dies sei der einzige Punkt, in dem Festivals vorkämen. Das würde die Wichtigkeit der breiten Festival-Kultur in Basel unterschlagen.
Das KSJ kritisiert auch den Umgang mit Jugend- und Alternativkultur. Diese Kulturformen bräuchten für ihren Erhalt auch Förderung. Sebastian Schlegel sagt, es sei sehr erfreulich, dass die Jugend- und Alternativkultur Teil der Vision des Kulturleitbildes ist. Was man aber nicht sehe, sagt er, sei eine Bereitschaft, in diese Kulturformen zu investieren und sie zu erhalten.
Zuletzt wird auch das Thema Fair Pay angesprochen. Das KSJ begrüsse die Aufnahme von Fair Pay ausdrücklich. Aber sie äussern auch die Sorge, dass Fördermittel lediglich stärker selektiv vergeben werden könnten. Fair Pay und Vielfalt müssten gemeinsam gedacht werden.
Subventionen in Höhe von 10 Millionen für die Luftfahrtbranche
Die gestrichenen Subventionen der Nachtzüge gehen an die Luftfahrtbranche. Das beschloss das Parlament in Bern am Donnerstag. Erst vor wenigen Wochen hatte das Schweizer Parlament Subventionen im Wert von 10 Millionen Franken für die Nachtzugverbindung Basel–Malmö deutlich abgelehnt. Argumentiert wurde von bürgerlicher Seite damit, dass die Subventionen pro Ticket zu hoch gewesen wären.
Die Fördergelder stammen aus einem Topf in den Fluggesellschaften für Ihre Abgase bezahlen müssen. Nun beschloss das Parlament in der Wintersession, dass die gesamten 10 Millionen der Luftfahrt zugutekommen.
Die Nachtzugverbindung Basel–Malmö könnte womöglich trotzdem zustande kommen. In Basel, Zürich, Bern und Lausanne sind Vorstösse geplant, um die 10 Millionen aus eigener Kasse zu zahlen.
Mehr Geld fürs Gare du Nord
Der Grosse Rat bewilligt mehr Gelder für den Verein Gare Du Nord bis 2029. Das beschloss der Grosse Rat am Donnerstag mit 76 zu 12 Stimmen und 7 Enthaltungen.
Damit unterstützt der Kanton die Gare du Nord bis 2029 mit 3,2 Millionen, also knapp 800 000 Franken jährlich. Regierungsratspräsident Conradin Kramer argumentierte während der Debatte mit der Wichtigkeit der Gare du Nord als Zentrum für zeitgenössische Musik und warnte, dass es ohne die Subventionen zu einem reinen Vermietungsbetrieb werden würde.
Die Gare du Nord finanzierte sich bisher durch Mietzahlungen der Kunstschaffenden und die Unterstützung einer anonymen Mäzenin. Diese hatte der Gare du Nord in den letzten 5 Jahren jährlich 250 000 Franken gespendet.
Ein Antrag der SVP beantragte, die Subventionen nur um 100 000 Franken auf jährlich knappe 600 000 Franken zu erhöhen. Dieser wurde abgelehnt.
Herzstück Basel
Das Herzstück Basel wird durch eine einzige unterirdische S-Bahnlinie ersetzt. Das teilten beide Basler Kantone und die Handelskammer beider Basel am Donnerstag in einer Medienmitteilung mit. Die S-Bahn soll den Badischen Bahnhof mit dem Bahnhof SBB mit einer unterirdischen S-Bahn verbinden.
Dieser Plan folgt wenige Monate nach der Studie «Verkehr 2045» der ETH Zürich. Diese hatte einen möglichen Baustart des Grossprojekts «Herzstück Basel» und des Tiefbahnhofs Basel SBB auf den Zeitraum nach 2045 geschoben. Der ursprüngliche Plan war ein weitreichendes unterirdisches S-Bahnnetz mit unterirdischen Bahnhöfen in der ganzen Stadt. Doch die Planung hat sich über die letzten Jahrzehnte erstreckt und ist nie in Gang gekommen.
Die neue, kurzfristig geplante S-Bahn zwischen dem Badischen und dem SBB-Bahnhof soll nun rund die Hälfte des Herzstückes kosten und in einem kürzeren Zeitraum baubar sein. Damit soll der Bedarf eines Ausbaus der S-Bahn in Basel so schnell wie möglich angegangen werden. Deshalb fordere man, dass der Bundesrat der S-Bahnlinie Badischer Bahnhof – Basel SBB im Januar 2026 einen hohen Betrag zuspricht. Bis die unterirdische S-Bahnlinie in Betrieb genommen wird, dürfte es trotzdem nochmals 20–30 Jahre gehen.
Die Woche
Lesungen, Theater, Diskussion, Musik, Ausstellungen und vieles mehr: Die Woche gegen Rassismus 2019 in Basel bietet ein vielfältiges Programm, sie findet statt von: Montag, 18. März bis Sonntag, 24. März 2019
Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten.
Während der ganzen Woche strahlt Radio X jeweils um 11:30 Uhr und um 16:30 Uhr thematische Beiträge aus.
Flyer Woche gegen Rassismus in Basel 2019
Medienmitteilung Woche gegen Rassismus 18.-24.3.19 mit Programm
Das Programm
Montag, 18. März 2019
Forumtheater "Sans Frontières" - Ein interaktiver Theaterabend zum Thema Diskriminierung und Rassismus.
19.30 Uhr, KLARA (Clarastrasse 13)
Eintritt frei.
Dienstag, 19. März 2019
Uni von unten: «Alltäglicher Ausnahmezustand: Racial Profiling in der Schweiz» mit Mohamed Wa Baile, Sarah Schilliger und Claudia Wilopo
19 Uhr, Internetcafé Planet 13 (Klybeckstrasse 60, 4057 Basel)
Eintritt frei.
Mittwoch, 20. März 2019
Liveübertragung Radio X, mit Interviews live vor Ort: Abendschule Import, Bla*Sh, Theater Niemandsland, Kulinarisches von Schnaboule Schnaboule und Musik zum Thema «Migration und Musik» mit Leila Moon.
17-22 Uhr, Keck Kiosk (Kaserne)
Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz
ab 19 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)
Donnerstag, 21. März 2019
Podiumsdiskussion «Racial Profiling» mit szenischen Sequenzen des Theaters Niemandsland.
Auf dem Podium: Michel Hostettler (Community Policing Kleinbasel), Tobias Burkhard (Ausbildungsleiter KaPo BS), Nahom Mehret (Schweizer, geb. in Eritrea), Yvonne Apiyo Brändle-Amolo (SP Politikerin Zürich, Künstlerin).
Moderation: Bernard Senn, SRF
Mit dabei: BastA!, STOPP Rassismus u.a.
19 Uhr, Offene Kirche Elisabethen
Eintritt frei.
Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz
ab 19 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)
Freitag, 22. März 2019
Bla*Sh, Legion Seven, Brandy Butler (CH)
Mehrstimmige Lesung, Performance, Konzert, Büchertisch
19 Uhr (Doors: 18.30 Uhr), Rossstall II, Kaserne Basel
Eintritt frei.
Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz
ab 19 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)
Samstag, 23. März 2019
Afrika-Stadtrundgang des Zentrums für Afrikastudien
The tour will take place in English and is free of charge. Reservations are requested but not required.
14 Uhr, meeting point: at the pyramides in front of the Offene Kirche Elisabethen
Offener Hörsaal: Interaktiver Parcours**, über Hürden und Weichen auf dem schweizerischen Bildungsweg
16.00-18.30 Uhr, Foyer Junges Theater Basel
Eintritt frei.
Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz
ab 19 Uhr
Input: Wie die Schweiz Migrant*innen 2019 isoliert und verwaltet.
20 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)
Sonntag, 24. März 2019
Afrika-Stadtrundgang des Zentrums für Afrikastudien auf Deutsch
14 Uhr, Treffpunkt: Pyramiden-Platz (Elisabethenstrasse)
Reservierung erbeten, aber nicht zwingend erforderlich.
Eintritt frei.
* Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Neustrukturierung des Asylverfahrens und der Einführung der Bundeslager in der Schweiz. Mit der sogenannten Beschleunigung der Verfahren sollen Menschen effizienter verwaltet und ausgeschafft werden. Dafür nimmt das Staatssekretariat für Migration (SEM) Bundeslager in Betrieb, welche nicht nur die Unterbringung, sondern auch das gesamte Verfahren unter einem Dach zentralisieren und vereinheitlichen. Diese Praxis isoliert die betroffenen Menschen noch stärker vom Rest der Gesellschaft und lässt noch weniger Raum zur Selbstbestimmung. Um die Lagerpolitik umzusetzen, baut der Staat auf die Mitarbeit von Privatfirmen und NGOs.
** Bildungsparcours: Sprichst Du ausreichend Deutsch, um in der Schule mitzukommen? Wirst Du bei/auf deinem Bildungsweg unterstützt? Entsprichst Du den Bewertungskriterien des Schulsystems? Reicht das Geld für eine Ausbildung? Bringst Du die geforderten/nötigen Dokumente mit, um eine Ausbildung zu beginnen? Haben alle Menschen in der Schweiz dieselben Chancen auf Bildung? In einem interaktiven Parcours erfährst Du, welche Weichen gestellt werden und welche Hürden es zu überwinden gibt auf dem schweizerischen Bildungsweg. Ähnlich einem Leiter-Spiel, wirst Du, ausgestattet mit einer neuen Identität, unterschiedliche Aufgaben lösen, um Stufe für Stufe deinem Ziel näherzukommen.
Ausstrahlungstermine
Montag 18.3. - Sonntag, 24.3.19, täglich um 11.30 h (Wdh. 16.30 h)
Redaktionelle Beiträge auf Radio X zu diversen Themen in der Woche gegen Rassismus
u.a. mit FIASKO und STOPP Rassismus
Donnerstag 21.3., 18 h & Samstag 23.3.19, 13 h
Sendung X-Plus von Schüler/innen der FMS Münchenstein
Samstag 23.3., 16 h & Sonntag 24.3.19, 10 h
Ausstrahlung der Podiumsdiskussion zu "Racial Profiling" vom Donnerstag 21.3.19 in der Offenen Kirche Elisabethen
Kontakt
tatiana.vieira@radiox.ch
rebecca.haeusel@radiox.ch
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Die Woche gegen Rassismus wird unterstützt durch: