Woche gegen Rassismus 2019
Album der Woche: Ambiguous Desire von Arlo Parks
Arlo Parks hat vor ein paar Wochen ihr drittes Album «Ambiguous Desire» veröffentlicht. Es ist ein Album, das von nächtlichen Momenten und den Freiheiten, die damit verbunden sind, inspiriert ist. Die Einflüsse verschiedener Club-Sounds sind offensichtlich und direkt – und trotzdem ist es ganz klar ein Pop-Album. Entstanden ist eine charmante Mischung aus extrovertierten Vibes und introvertierten, verletzlichen Gedanken, die von Arlo Parks‘ einzigartiger, hoher Stimme getragen wird. von Dion Monti
26.04.27 – ADW Arlo Parks – Ambigious Desire - Podcast
Das neue Album, Ambgious Desire von Arlo Parks
Es ist 9 Uhr morgens, die Sonne ist aufgegangen, aber die Kühle der Nacht ist noch spürbar. Man sitzt vielleicht irgendwo auf einem warmen Plätzchen und in der Ferne hört man die Musik einer After-Party. Freunde sind da, aber man ist für einen kurzen Moment allein. Am Ende einer schönen Ausgangsnacht gibt es manchmal eine besondere Stimmung von Klarheit, Ruhe und ein bisschen Melancholie, die durch Reflexion entsteht, wenn man ganz kurz die Vogelperspektive über das eigene Leben einnimmt. Eine Mischung aus Dankbarkeit, aber auch einem Bewusstsein dafür, dass alles vergänglich ist.
Die 25-jährige Songwriterin und Producerin Arlo Parks hat vor ein paar Wochen ihr drittes Album «Ambiguous Desire» veröffentlicht, und für mich fühlt sich ihr neues Album so an, als ob diese 12 Songs aus solchen und ähnlichen Momenten entstanden sind.
Nächtliche Orte als Zuflucht
Arlo Parks sagt, dass sie sich in den letzten zwei Jahren in nächtliche Orte verliebt hat – diese Orte haben ihr die Freiheit gegeben, zu sein, wer auch immer sie gerade sein will. An diesen Orten konnte sie sich beobachtend am Rand aufhalten oder sich ins Zentrum werfen, um stundenlang zu tanzen und sich auf der Tanzfläche aufzulösen.
Ihre Songs sind inspiriert von verschiedenen wichtigen Personen, Orten und Zeitperioden der Clubkultur. Als Einflüsse erwähnt sie Larry Levan, die DJ-Legende, die mit seiner Residency im New Yorker Club Paradise Garage House-Musik mitgestaltet hat, Theo Parrish aus Chicago oder Burial aus ihrer Heimatstadt London.
Der Aufbau des Albums ist langsam und im Pop angesiedelt. Je mehr sich das Album aufbaut, desto deutlicher werden die Einflüsse, die ich erwähnt habe – wie zum Beispiel im Song «Get Go», wo UK-Garage-Einflüsse den Song zum Schweben bringen. Der Song erzählt von einer Clubnacht, in der Arlo einer Freundin begegnet, die versucht, den Schmerz einer frischen Trennung auf der Tanzfläche zu vergessen.
Das Album ist durchgehend sehr reflektiert, ist aber gegen Mitte am introvertiertesten. Der Übergang zu diesem Teil des Albums ist der Song «Senses», der auch das einzige Feature des Album mit Sampha hat. «Senses» ist der Song, der Verletzlichkeit und Selbstzweifel auf die Spitze treibt, aber diesen Mangel an Liebe für sich selbst auch kritisch beobachtet – zum Beispiel mit dem Satz: «Treat myself with this impatience I would never give a friend.»
«Nightswimming» ist mit dem Star-Producer Paul Epworth entstanden, der auch schon an Hits von Adele und FKA Twigs beteiligt war. Der Sound ist eine Hommage an den düsteren, kontemplativen Sound von Burial und ist inspiriert von einem grauen Wintertag im Dezember in London.
Die letzten drei Songs bilden das Ende des Albums, und der letzte Song «Floette» versucht auch eine Art positives Ende zu finden. Der Einsatz von jungle-inspirierten Drums ist extrem gelungen. Trotzdem finde ich, dass «Ambiguous Desire» einfach plötzlich fertig ist, aber irgendwie keine befriedigendes Ende findet. Es fühlt sich ein bisschen so an, als ob man nach einer Nacht plötzlich allein an einer Tramhaltestelle steht und sich fragt, wie man jetzt nach Hause kommt. Es ist ein Gefühl von Einsamkeit, und vielleicht zweifelt man ein bisschen an allen Begegnungen, die man gemacht hat – als ob man alleine damit klarkommen muss.
Das Album hat auch etwas Monotones, das aber gleichzeitig zusammenhält – es ist eine grosse, wunderschöne Stimmung. Die sanfte, teils fast kindliche Stimme von Arlo Parks hat etwas Beruhigendes. Technisch stimmt alles: Die Produktion ist durchdacht, simpel und gleichzeitig reich an Details. Das Mischen des gesamten Albums wurde von David Wrench gemacht und verleiht dem Album den sanften, aber scharfen UK-Pop-Sound, den man von Alben von The xx, Florence and the Machine oder Goldfrapp kennt.
Was auch besonders gelungen ist, ist, dass die Einflüsse der verschiedenen Club-Sounds sehr offensichtlich und direkt sind – und trotzdem ist es ganz klar ein Pop-Album, das auch als solches gehört werden kann. Von Anfang bis Ende, und am besten gleich mehrere Male. Und darum ist «Ambiguous Desire» von Arlo Parks auch unser «Album der Woche».
Die Woche
Lesungen, Theater, Diskussion, Musik, Ausstellungen und vieles mehr: Die Woche gegen Rassismus 2019 in Basel bietet ein vielfältiges Programm, sie findet statt von: Montag, 18. März bis Sonntag, 24. März 2019
Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten.
Während der ganzen Woche strahlt Radio X jeweils um 11:30 Uhr und um 16:30 Uhr thematische Beiträge aus.
Flyer Woche gegen Rassismus in Basel 2019
Medienmitteilung Woche gegen Rassismus 18.-24.3.19 mit Programm
Das Programm
Montag, 18. März 2019
Forumtheater "Sans Frontières" - Ein interaktiver Theaterabend zum Thema Diskriminierung und Rassismus.
19.30 Uhr, KLARA (Clarastrasse 13)
Eintritt frei.
Dienstag, 19. März 2019
Uni von unten: «Alltäglicher Ausnahmezustand: Racial Profiling in der Schweiz» mit Mohamed Wa Baile, Sarah Schilliger und Claudia Wilopo
19 Uhr, Internetcafé Planet 13 (Klybeckstrasse 60, 4057 Basel)
Eintritt frei.
Mittwoch, 20. März 2019
Liveübertragung Radio X, mit Interviews live vor Ort: Abendschule Import, Bla*Sh, Theater Niemandsland, Kulinarisches von Schnaboule Schnaboule und Musik zum Thema «Migration und Musik» mit Leila Moon.
17-22 Uhr, Keck Kiosk (Kaserne)
Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz
ab 19 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)
Donnerstag, 21. März 2019
Podiumsdiskussion «Racial Profiling» mit szenischen Sequenzen des Theaters Niemandsland.
Auf dem Podium: Michel Hostettler (Community Policing Kleinbasel), Tobias Burkhard (Ausbildungsleiter KaPo BS), Nahom Mehret (Schweizer, geb. in Eritrea), Yvonne Apiyo Brändle-Amolo (SP Politikerin Zürich, Künstlerin).
Moderation: Bernard Senn, SRF
Mit dabei: BastA!, STOPP Rassismus u.a.
19 Uhr, Offene Kirche Elisabethen
Eintritt frei.
Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz
ab 19 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)
Freitag, 22. März 2019
Bla*Sh, Legion Seven, Brandy Butler (CH)
Mehrstimmige Lesung, Performance, Konzert, Büchertisch
19 Uhr (Doors: 18.30 Uhr), Rossstall II, Kaserne Basel
Eintritt frei.
Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz
ab 19 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)
Samstag, 23. März 2019
Afrika-Stadtrundgang des Zentrums für Afrikastudien
The tour will take place in English and is free of charge. Reservations are requested but not required.
14 Uhr, meeting point: at the pyramides in front of the Offene Kirche Elisabethen
Offener Hörsaal: Interaktiver Parcours**, über Hürden und Weichen auf dem schweizerischen Bildungsweg
16.00-18.30 Uhr, Foyer Junges Theater Basel
Eintritt frei.
Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz
ab 19 Uhr
Input: Wie die Schweiz Migrant*innen 2019 isoliert und verwaltet.
20 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)
Sonntag, 24. März 2019
Afrika-Stadtrundgang des Zentrums für Afrikastudien auf Deutsch
14 Uhr, Treffpunkt: Pyramiden-Platz (Elisabethenstrasse)
Reservierung erbeten, aber nicht zwingend erforderlich.
Eintritt frei.
* Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Neustrukturierung des Asylverfahrens und der Einführung der Bundeslager in der Schweiz. Mit der sogenannten Beschleunigung der Verfahren sollen Menschen effizienter verwaltet und ausgeschafft werden. Dafür nimmt das Staatssekretariat für Migration (SEM) Bundeslager in Betrieb, welche nicht nur die Unterbringung, sondern auch das gesamte Verfahren unter einem Dach zentralisieren und vereinheitlichen. Diese Praxis isoliert die betroffenen Menschen noch stärker vom Rest der Gesellschaft und lässt noch weniger Raum zur Selbstbestimmung. Um die Lagerpolitik umzusetzen, baut der Staat auf die Mitarbeit von Privatfirmen und NGOs.
** Bildungsparcours: Sprichst Du ausreichend Deutsch, um in der Schule mitzukommen? Wirst Du bei/auf deinem Bildungsweg unterstützt? Entsprichst Du den Bewertungskriterien des Schulsystems? Reicht das Geld für eine Ausbildung? Bringst Du die geforderten/nötigen Dokumente mit, um eine Ausbildung zu beginnen? Haben alle Menschen in der Schweiz dieselben Chancen auf Bildung? In einem interaktiven Parcours erfährst Du, welche Weichen gestellt werden und welche Hürden es zu überwinden gibt auf dem schweizerischen Bildungsweg. Ähnlich einem Leiter-Spiel, wirst Du, ausgestattet mit einer neuen Identität, unterschiedliche Aufgaben lösen, um Stufe für Stufe deinem Ziel näherzukommen.
Ausstrahlungstermine
Montag 18.3. - Sonntag, 24.3.19, täglich um 11.30 h (Wdh. 16.30 h)
Redaktionelle Beiträge auf Radio X zu diversen Themen in der Woche gegen Rassismus
u.a. mit FIASKO und STOPP Rassismus
Donnerstag 21.3., 18 h & Samstag 23.3.19, 13 h
Sendung X-Plus von Schüler/innen der FMS Münchenstein
Samstag 23.3., 16 h & Sonntag 24.3.19, 10 h
Ausstrahlung der Podiumsdiskussion zu "Racial Profiling" vom Donnerstag 21.3.19 in der Offenen Kirche Elisabethen
Kontakt
tatiana.vieira@radiox.ch
rebecca.haeusel@radiox.ch
Social Media
Die Woche gegen Rassismus wird unterstützt durch: