Woche gegen Rassismus 2019

Big Muff: Post-Punk aus dem Basler Underground

Wie klingt das Debütalbum einer Band, die seit 26 Jahren in den Kellerklüften der hiesigen Rockszene rumort? Wir haben sie in ihrem Bandraum getroffen und finden: ziemlich kaputt! - Im besten Sinne der LoFi-Ästhetik. von Mirco Kaempf

21.07.21 Big Muff

Nach 26 Jahren veröffentlicht Big Muff nächste Woche ihr Debütalbum, ganz im Sinne des DIY Esprits.

Say What You Mean, Mean What You Do - Es scheint, dass diese Songzeile (gesungen gleich eines Mantras von Sängerin Sue Muff) die oberste Regel ihres Anarchie-behauchten Projektes Big Muff ist. Nach 26 Jahren Rauch, Dosen und zu lauter Musik klingt die Musik von Big Muff aufrichtig, brüchig; etwa wie ein dunkler Nebel mit ziemlich hellen Rissen und behangen mit einem Echo des Vorhergegangenen. Wie kaum an einem anderen Ort in Basel ist man sich bei diesem Sound bewusst, welche Geister herzitiert werden: Die 14 Songs auf dem am 26. Juli erscheinenden Debütalbum gehen auf Tuchfühlung mit Bob Dylan und The Dirty Projectors, beschworen werden Geschichten von Ian Curtis, verwoben die Gesprächsfetzen von Hüsker Dü-Drummer Grant Hart und gleichzeitig widmen sie einen Song dem 2nd Earl of Rochester John Wilmot, einem englischen Dichter des 17.Jahrhunderts, der zum ersten Mal das ominöse Wort "Punk" verwendet haben soll.

Zehn Jahre lang lag die Gitarre der New Yorkerin Sue Muff einfach in ihrem Schrank rum. In Basel kam dann alles anders - inspiriert von der immer noch vibrierenden Riot Grrrl Welle der frühen 90er Jahre beschloss sie, eine Band zu gründen, zusammen mit einer Drummerin, die noch keine war, und wenig später mit der dazugestossenen Bassistin Cri Muff, die noch niemals einen Bass gespielt hatte. Doch wer braucht schon Skills, wenn sie Attitude hat? Ganz im Sinne des DIY Ethos der Rock & Roll & Punk History wurde erstmals gelärmt und gecovered. Bikini Kill, L7, Dead Moon: "Just like the generations of classical musicians who perform Bach and Beethoven, we spent our early years interpreting­ post-punk classics, learning to play our instruments, honing our vocal chords and finding our sound." Das "Big Muff"-Effektgerät war übrigens das erste Gitarrenpedal, dass sich die Punks zulegten, teilnehmend in der Vision der Destruktion. Und zwar nicht nur eines, sondern alle Mitglieder dasselbe.

Another night in Flatterschaft

Aktuell besteht Big Muff aus 4 Mitgliedern: Sue Muff (vocals, guitar), Cri Muff (bass), Ale Muff (guitar) und Pete Muff (drums). Mit Songs über asiatische Bandwürmer, Zikaden oder die, verglichen mit dem New Yorker Punk-Club CBGB's etwas hochwertigere, WC-Schüssel in der Flatterschaft. Ebendort bringt die Band seit 2013 diese Songs zum ertönen. Der Bandraum als Lebensraum vierer Musikfreaks ist auch das Hauptsujet des zwanzigseitigen Booklets, das die Band mit dem CD-Release dazugibt. Nicht nur war es der Ort der Entstehung der Songs, sondern diente auch als quasi-Anti-recording Studio für das Album. Gerade der LoFi Klang sei der Band wichtig, so meinte Pete Muff zu uns: "I hope you hear it's humans making the music and not machines". 

Das Debütalbum Big Muff erscheint DIY nächsten Montag, 26. Juli. Check out Big Muff via Bandcamp, Instagram, Youtube & for the full picture via http://bigmuff.com/

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Die Woche

Lesungen, Theater, Diskussion, Musik, Ausstellungen und vieles mehr: Die Woche gegen Rassismus 2019 in Basel bietet ein vielfältiges Programm, sie findet statt von: Montag, 18. März bis Sonntag, 24. März 2019

Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten.

Während der ganzen Woche strahlt Radio X jeweils um 11:30 Uhr und um 16:30 Uhr thematische Beiträge aus.

Flyer Woche gegen Rassismus in Basel 2019

Medienmitteilung Woche gegen Rassismus 18.-24.3.19 mit Programm

 

 
Das Programm


Montag, 18. März 2019

Forumtheater "Sans Frontières" - Ein interaktiver Theaterabend zum Thema Diskriminierung und Rassismus. 

19.30 Uhr, KLARA (Clarastrasse 13)

Eintritt frei. 

 

Dienstag, 19. März 2019

Uni von unten: «Alltäglicher Ausnahmezustand: Racial Profiling in der Schweiz» mit Mohamed Wa Baile, Sarah Schilliger und Claudia Wilopo

19 Uhr, Internetcafé Planet 13 (Klybeckstrasse 60, 4057 Basel)

Eintritt frei.

 

Mittwoch, 20. März 2019

Liveübertragung Radio X, mit Interviews live vor Ort: Abendschule Import, Bla*ShTheater Niemandsland, Kulinarisches von Schnaboule Schnaboule und Musik zum Thema «Migration und Musik» mit Leila Moon.

17-22 Uhr, Keck Kiosk (Kaserne)

 

Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz

ab 19 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)

 

 

Donnerstag, 21. März 2019

Podiumsdiskussion «Racial Profiling» mit szenischen Sequenzen des Theaters Niemandsland.

Auf dem Podium: Michel Hostettler (Community Policing Kleinbasel), Tobias Burkhard (Ausbildungsleiter KaPo BS), Nahom Mehret (Schweizer, geb. in Eritrea), Yvonne Apiyo Brändle-Amolo (SP Politikerin Zürich, Künstlerin).

Moderation: Bernard Senn, SRF

Mit dabei: BastA!, STOPP Rassismus u.a.

19 Uhr, Offene Kirche Elisabethen

Eintritt frei. 

 

Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz

ab 19 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)

 

 

Freitag, 22. März 2019

Bla*Sh, Legion Seven, Brandy Butler (CH)

Mehrstimmige Lesung, Performance, Konzert, Büchertisch

19 Uhr (Doors: 18.30 Uhr), Rossstall II, Kaserne Basel

Eintritt frei.

 

Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz

ab 19 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)

 

 

Samstag, 23. März 2019

Afrika-Stadtrundgang des Zentrums für Afrikastudien

The tour will take place in English and is free of charge. Reservations are requested but not required. 

14 Uhr, meeting point: at the pyramides in front of the Offene Kirche Elisabethen

 

Offener Hörsaal: Interaktiver Parcours**, über Hürden und Weichen auf dem schweizerischen Bildungsweg

16.00-18.30 Uhr, Foyer Junges Theater Basel

Eintritt frei. 

 

Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz

ab 19 Uhr 

Input: Wie die Schweiz Migrant*innen 2019 isoliert und verwaltet.

20 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)

 

 

 

Sonntag, 24. März 2019

Afrika-Stadtrundgang des Zentrums für Afrikastudien auf Deutsch

14 Uhr, Treffpunkt: Pyramiden-Platz (Elisabethenstrasse)

Reservierung erbeten, aber nicht zwingend erforderlich.

Eintritt frei.

 

 

Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Neustrukturierung des Asylverfahrens und der Einführung der Bundeslager in der Schweiz. Mit der sogenannten Beschleunigung der Verfahren sollen Menschen effizienter verwaltet und ausgeschafft werden. Dafür nimmt das Staatssekretariat für Migration (SEM) Bundeslager in Betrieb, welche nicht nur die Unterbringung, sondern auch das gesamte Verfahren unter einem Dach zentralisieren und vereinheitlichen. Diese Praxis isoliert die betroffenen Menschen noch stärker vom Rest der Gesellschaft und lässt noch weniger Raum zur Selbstbestimmung. Um die Lagerpolitik umzusetzen, baut der Staat auf die Mitarbeit von Privatfirmen und NGOs.

 

** Bildungsparcours: Sprichst Du ausreichend Deutsch, um in der Schule mitzukommen? Wirst Du bei/auf deinem Bildungsweg unterstützt? Entsprichst Du den Bewertungskriterien des Schulsystems? Reicht das Geld für eine Ausbildung? Bringst Du die geforderten/nötigen Dokumente mit, um eine Ausbildung zu beginnen? Haben alle Menschen in der Schweiz dieselben Chancen auf Bildung? In einem interaktiven Parcours erfährst Du, welche Weichen gestellt werden und welche Hürden es zu überwinden gibt auf dem schweizerischen Bildungsweg. Ähnlich einem Leiter-Spiel, wirst Du, ausgestattet mit einer neuen Identität, unterschiedliche Aufgaben lösen, um Stufe für Stufe deinem Ziel näherzukommen.

 
Ausstrahlungstermine

 

Montag 18.3. - Sonntag, 24.3.19, täglich um 11.30 h (Wdh. 16.30 h)

Redaktionelle Beiträge auf Radio X zu diversen Themen in der Woche gegen Rassismus

u.a. mit FIASKO und STOPP Rassismus

 

Donnerstag 21.3., 18 h  & Samstag 23.3.19, 13 h

Sendung X-Plus von Schüler/innen der FMS Münchenstein

 

Samstag 23.3., 16 h & Sonntag 24.3.19, 10 h

Ausstrahlung der Podiumsdiskussion zu "Racial Profiling" vom Donnerstag 21.3.19 in der Offenen Kirche Elisabethen

Kontakt

tatiana.vieira@radiox.ch

rebecca.haeusel@radiox.ch

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Die Woche gegen Rassismus wird unterstützt durch:

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