Woche gegen Rassismus 2019
„Perceptions“ macht Alltagsrassismus auf der Bühne sichtbar
Im Theater Roxy bringt "The Collective" rassistische Erfahrungen von schwarzen Männern auf die Bühne. Mit Tanz, Musik und spoken words soll zum Nachdenken angeregt werden. von Mathis Zeiser
26.05.20 Perceptions im Theater Roxy
"Perceptions" bringt Tanz, Musik und Spoken Words auf die Bühne vom Theater Roxy
Die Idee
Rassistische Erfahrungen auf die Bühne bringen. Genau das macht das Tanzstück „Perceptions“, das heute und morgen Abend im Theater Roxy in Birsfelden aufgeführt wird. Nach verschiedenen Stationen in der Schweiz hat das Gastspiel nun seinen Weg nach Basel gefunden.
„Perceptions“ bedeutet übersetzt „Wahrnehmungen“. Das Tanzkollektiv setzt sich mit dem Spannungsfeld zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung auseinander und möchte damit zur Selbstreflexion anregen.
Auf der Bühne
Vier Tänzer stehen auf der Bühne. Vier Männer mit unterschiedlichen Hintergründen und unterschiedlichen Erfahrungen, die sie im Theater Roxy verhandeln. Während der Entstehung des Stücks gab es deshalb viel Freiraum, damit die Tänzer ihre ganz persönlichen Erlebnisse einbringen konnten.
Thematisiert werden unter anderem Übersexualisierung, die Zuschreibung von Gewaltbereitschaft und auch Racial Profiling im Zusammenhang mit der Polizei.
Neben viel Hip-Hop und Breakdance wird auf der Bühne auch mit Musik und Spoken Word gearbeitet. Denn gewisse Dinge lassen sich durch Tanz spürbarer machen, andere wiederum besser mit Worten auf den Punkt bringen.
Aktuelle Zahlen
1245 Fälle rassistischer Diskriminierung wurden im vergangenen Jahr schweizweit im Beratungsnetz für Rassismus gemeldet – ein Anstieg von drei Prozent. Gerade in der Schweiz werde über strukturellen oder alltäglichen Rassismus oft noch zurückhaltend gesprochen.
Anna Chiedza Spörri leitete bereits vor drei Jahren das Projekt „Perspectives“, das sich mit Rassismus aus der Sicht von Frauen beschäftigte. Für sie war aber von Anfang an klar, dass dieses Thema nicht bei einer einzigen Perspektive stehen bleiben kann. So entstand „Perceptions“, das nun die Perspektive von Männern einnimmt.
Die Botschaft
Auch wenn wir im Vorfeld nicht mit einem der Tänzer sprechen konnten, ist für Anna Chiedza Spörri die Botschaft des Stücks klar: Auch Verletzlichkeit zu zeigen, über Gefühle zu sprechen oder Hilfe anzunehmen, sollte gestärkt werden. Genauso wie gegenseitige Unterstützung und Solidarität.
Das Stück „Perceptions“ ist heute und morgen jeweils um 20 Uhr im Theater Roxy in Birsfelden zu sehen. Morgen, am Donnerstag, findet im Anschluss an die Vorstellung zudem ein Publikumsgespräch mit dem künstlerischen Team statt – eine Möglichkeit, Perspektiven zu wechseln und andere Wahrnehmungen besser zu verstehen.
Die Woche
Lesungen, Theater, Diskussion, Musik, Ausstellungen und vieles mehr: Die Woche gegen Rassismus 2019 in Basel bietet ein vielfältiges Programm, sie findet statt von: Montag, 18. März bis Sonntag, 24. März 2019
Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten.
Während der ganzen Woche strahlt Radio X jeweils um 11:30 Uhr und um 16:30 Uhr thematische Beiträge aus.
Flyer Woche gegen Rassismus in Basel 2019
Medienmitteilung Woche gegen Rassismus 18.-24.3.19 mit Programm
Das Programm
Montag, 18. März 2019
Forumtheater "Sans Frontières" - Ein interaktiver Theaterabend zum Thema Diskriminierung und Rassismus.
19.30 Uhr, KLARA (Clarastrasse 13)
Eintritt frei.
Dienstag, 19. März 2019
Uni von unten: «Alltäglicher Ausnahmezustand: Racial Profiling in der Schweiz» mit Mohamed Wa Baile, Sarah Schilliger und Claudia Wilopo
19 Uhr, Internetcafé Planet 13 (Klybeckstrasse 60, 4057 Basel)
Eintritt frei.
Mittwoch, 20. März 2019
Liveübertragung Radio X, mit Interviews live vor Ort: Abendschule Import, Bla*Sh, Theater Niemandsland, Kulinarisches von Schnaboule Schnaboule und Musik zum Thema «Migration und Musik» mit Leila Moon.
17-22 Uhr, Keck Kiosk (Kaserne)
Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz
ab 19 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)
Donnerstag, 21. März 2019
Podiumsdiskussion «Racial Profiling» mit szenischen Sequenzen des Theaters Niemandsland.
Auf dem Podium: Michel Hostettler (Community Policing Kleinbasel), Tobias Burkhard (Ausbildungsleiter KaPo BS), Nahom Mehret (Schweizer, geb. in Eritrea), Yvonne Apiyo Brändle-Amolo (SP Politikerin Zürich, Künstlerin).
Moderation: Bernard Senn, SRF
Mit dabei: BastA!, STOPP Rassismus u.a.
19 Uhr, Offene Kirche Elisabethen
Eintritt frei.
Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz
ab 19 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)
Freitag, 22. März 2019
Bla*Sh, Legion Seven, Brandy Butler (CH)
Mehrstimmige Lesung, Performance, Konzert, Büchertisch
19 Uhr (Doors: 18.30 Uhr), Rossstall II, Kaserne Basel
Eintritt frei.
Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz
ab 19 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)
Samstag, 23. März 2019
Afrika-Stadtrundgang des Zentrums für Afrikastudien
The tour will take place in English and is free of charge. Reservations are requested but not required.
14 Uhr, meeting point: at the pyramides in front of the Offene Kirche Elisabethen
Offener Hörsaal: Interaktiver Parcours**, über Hürden und Weichen auf dem schweizerischen Bildungsweg
16.00-18.30 Uhr, Foyer Junges Theater Basel
Eintritt frei.
Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz
ab 19 Uhr
Input: Wie die Schweiz Migrant*innen 2019 isoliert und verwaltet.
20 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)
Sonntag, 24. März 2019
Afrika-Stadtrundgang des Zentrums für Afrikastudien auf Deutsch
14 Uhr, Treffpunkt: Pyramiden-Platz (Elisabethenstrasse)
Reservierung erbeten, aber nicht zwingend erforderlich.
Eintritt frei.
* Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Neustrukturierung des Asylverfahrens und der Einführung der Bundeslager in der Schweiz. Mit der sogenannten Beschleunigung der Verfahren sollen Menschen effizienter verwaltet und ausgeschafft werden. Dafür nimmt das Staatssekretariat für Migration (SEM) Bundeslager in Betrieb, welche nicht nur die Unterbringung, sondern auch das gesamte Verfahren unter einem Dach zentralisieren und vereinheitlichen. Diese Praxis isoliert die betroffenen Menschen noch stärker vom Rest der Gesellschaft und lässt noch weniger Raum zur Selbstbestimmung. Um die Lagerpolitik umzusetzen, baut der Staat auf die Mitarbeit von Privatfirmen und NGOs.
** Bildungsparcours: Sprichst Du ausreichend Deutsch, um in der Schule mitzukommen? Wirst Du bei/auf deinem Bildungsweg unterstützt? Entsprichst Du den Bewertungskriterien des Schulsystems? Reicht das Geld für eine Ausbildung? Bringst Du die geforderten/nötigen Dokumente mit, um eine Ausbildung zu beginnen? Haben alle Menschen in der Schweiz dieselben Chancen auf Bildung? In einem interaktiven Parcours erfährst Du, welche Weichen gestellt werden und welche Hürden es zu überwinden gibt auf dem schweizerischen Bildungsweg. Ähnlich einem Leiter-Spiel, wirst Du, ausgestattet mit einer neuen Identität, unterschiedliche Aufgaben lösen, um Stufe für Stufe deinem Ziel näherzukommen.
Ausstrahlungstermine
Montag 18.3. - Sonntag, 24.3.19, täglich um 11.30 h (Wdh. 16.30 h)
Redaktionelle Beiträge auf Radio X zu diversen Themen in der Woche gegen Rassismus
u.a. mit FIASKO und STOPP Rassismus
Donnerstag 21.3., 18 h & Samstag 23.3.19, 13 h
Sendung X-Plus von Schüler/innen der FMS Münchenstein
Samstag 23.3., 16 h & Sonntag 24.3.19, 10 h
Ausstrahlung der Podiumsdiskussion zu "Racial Profiling" vom Donnerstag 21.3.19 in der Offenen Kirche Elisabethen
Kontakt
tatiana.vieira@radiox.ch
rebecca.haeusel@radiox.ch
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Die Woche gegen Rassismus wird unterstützt durch: