GGG Stadtbibliothek Basel
"Was liest du? Wer bist du?"
Spannende Persönlichkeiten kennenlernen
Sechs Mal im Jahr lädt die GGG Stadtbibliothek Basel zum Buch-Talk ein:
Basler Persönlichkeiten und Menschen, die unsere Stadt und die Region mit ihrem Schaffen prägen, bringen ein Buch mit. Sie erzählen damit im Gespräch mit der Moderatorin Janina Labhardt nicht nur von ihrer Lektüre, sondern auch von ihren Leidenschaften, ihren Vorstellungen und über ihr Leben.
Das Publikum hat im Verlauf des Interviews Gelegenheit, Fragen zu stellen und geniesst anschliessend an das Gespräch einen gemeinsamen Apéro mit dem Gast.
Eine Kooperation mit Radio X und in Zusammenarbeit mit dem Forum für Zeitfragen und der Fachstelle Gender und Bildung der reformierten Kirche BL.
Bibliothek Schmiedenhof
Im Schmiedenhof 10 (3. OG), Basel
Eintritt:
7.– mit Bibliothekskarte
10.– ohne Karte
Anmeldung nicht erforderlich. Tickets vor Ort.
Religionswissenschaftlerin Swantje Liebs im Gespräch
Einen interessanten Roman aus Japan stellt Swantje Liebs im GGG-Buchtalk "Was liest du? Wer bist du?" vom 19. März vor: Insel der vergessenen Erinnerung von Yoko Ogawa. In der fiktiven Geschichte gehen täglich Dinge abhanden: die Vögel, die Jahreszeiten, die Fähre zum Festland. Die Inselbewohner:innen haben sich damit abgefunden, dass auch ihre Erinnerung immer weiter verblasst. Nur wenige können nichts vergessen, weshalb sie von der Erinnerungspolizei verfolgt werden.
26.03.28 und 26.03.29 GGG-Buchtalk mit Swantje Liebs
Gespräch mit Swantje Liebs über einen japanischen Roman, die Fachstelle Inforel und religiös motivierte Konflikte
Die Religionswissenschaftlerin Swantje Liebs schätzt den Roman, weil er einen Einblick in andere Gepflogenheiten bietet und über den Wert der Erinnerung nachdenken lässt. Sie sagt, dass in den meisten Religionen die Erinnerung in Form von Feiertagen, Traditionen und Riten gepflegt wird.
Ausserdem arbeitet Swantje Liebs als Leiterin der Fachstelle Inforel. Das Ziel dieser Fachstelle ist, wissenschaftlich fundiert zum besseren Verständnis von Religionen beizutragen. Mit Offenheit und Differenziertheit schaffe Inforel Räume für gegenseitiges Verständnis ohne ideologische oder religiöse Bindung, steht auf ihrer Website. Ein Angebot für den interreligiösen Dialog war in der Aktionswoche gegen Rassismus ein Workshop, in dem zwei Peers aus muslimischer und jüdischer Perspektive von ihren Alltagserfahrungen und Möglichkeiten der Solidarität erzählen.
Das weitere Gespräch zwischen Swantje Liebs, Janina Labhardt und dem Publikum der GGG lief auf religiöse Konflikte global hinaus: Was ist in der aktuellen Weltlage zu machen, wenn sich die Fronten bspw. im Nahen Osten verhärten und keine Hoffnung auf Frieden besteht? Im Kleinen beginnen, antwortet Swantje Liebs.
Schlagersänger Vincent Gross im Gespräch
Im GGG-Buchtalk "Was liest du? Wer bist du?" vom 4. Februar war ein ehemaliger Zivildienstleister der Stadtbibliothek auf dem Podium. Besser kennt man Vincent Gross als Schlagersänger, der aus Basel kommt und im deutschsprachigen Raum Konzerthallen füllen kann. Mit Songs über alkoholische Getränke und Ferienstimmung hat er beachtlich viele Fans, die ihn teilweise auch im Buchtalk aufsuchten.
26.02.07 und 26.02.08 GGG-Buchtalk mit Vincent Gross
GGG-Buchtalk "Was liest du? Wer bist du?"
Sein mitgebrachtes Buch heisst "Die Dopamin-Revolution" von Michael E. Long, das 2025 im Riva-Verlag erschien. Gedankenanregend und aufschlussreich fand Vincent Gross die Lektüre, besonders die Erklärung, wieso der Dopamin-Pegel im Umgang mit Social Media bewusster reguliert werden sollte. Er selbst war im Januar in den Ferien und deswegen schaltete er sich offline. Ein Detox, wie Vincent Gross nachträglich beurteilt.
Gefängnisseelsorgerin Dinah Hess im Gespräch
Dinah Hess arbeitet im Frauengefängnis Hindelbank (BE), in der Untersuchungshaft Basel-Stadt und im Bässlergut. Als Pfarrerin hat sie früher auch Beerdigungen geleitet und war beeindruckt vom oftmals intimen Einblick in die Trauerfamilie. Mit dem Thema Tod beschäftigt sich Dinah Hess auch und sprach mit Janina Labhardt über das Kinderbuch «Der Tod auf dem Apfelbaum» von Kathrin Schärer.
26.01.22 und 26.01.24 GGG-Buchtalk mit Dinah Hess
GGG-Buchtalk
Kulturschaffende und Moderatorin Katja Reichenstein im Gespräch
Der letzte GGG-Buchtalk "Was liest du? Wer bist du?" im Jahr 2025 fand mit Katja Reichenstein statt. Am 20. Novemember stellte sie ihr mitgebrachtes Buch vor: See der Schöpfung von Rachel Kushner. Zudem berichtete die Kulturschaffende von der Entstehungsgeschichte des Holzpark Klybeck am Basler Hafen.
25.11.27 und 25.11.29 GGG Buchtalk mit Katja Reichenstein
Hörbox
Schauspieler und Sänger Roland Herrmann im Gespräch
"Was liest du? Wer bist du?" heisst die Talkreihe der GGG Stadtbibliothek Basel. Am 23. Oktober sass Roland Herrmann auf dem Podium und berichtete im Gespräch mit Janina Labhardt, was ihm realistische Kunst bedeutet, wie er Schauspieler geworden ist und was gute Schauspielerei ausmacht.
25.10.25 und 25.10.26 GGG-Buchtalk mit Roland Herrmann
GGG Buchtalk "Was liest du? Wer bist du?"
Seine aktuelle Lektüre heisst "Lebt Anker noch?" von Heinz Bütler. Von Albert Ankers Gemälden fühlt sich Roland Herrmann angezogen: Er kann sich in die Details von "Schneebär" oder "Schulspaziergang" vertiefen und bewundert die Genauigkeit des künstlerischen Ausdrucks.
Roland Herrmann malt abstrakt und hängt seine Bilder privat auf, möchte sich aber nicht Maler nennen. Hauptberuflich steht er auf der Theaterbühne und spielt ab dem 7. November im Theater Fauteuil "Äxtrawurscht".
Pfarrerin und Kirchenratspräsidentin Regine Kokontis im Gespräch
Im GGG-Buchtalk "Was liest du? Wer bist du?" der GGG-Stadtbibliothek sprechen wir über die umstrittene Darstellung der Menschheit in der Kulturgeschichte: Ist der Mensch "im Grunde gut", wie es der Niederländer Rudger Bregmann in seiner "neuen Geschichte der Menschheit" argumentiert? Ein Gespräch mit Regine Kokontis, die Pfarrerin und die neue Kirchenratspräsidentin der reformierten Kirche Basel-Land ist.
25.09.27 und 25.09.28 Talk mit Regine Kokontis
HörboX in Kooperation mit der GGG Stadtbibliothek
Darüber hinaus berichtet Regine Kokontis über ihre neu begonnene Tätigkeit als Kirchenratspräsidentin, ihre Erfahrungen als Pfarrerin insbesondere in der Seelsorge und mit Jugendlichen sowie über ihren Einsatz als Associate Pastor in der Presbyterian Church USA, Old First Church in Huntington, New York.
Lehrerin und Entdeckerin Clara Willers im Gespräch
Dass es sich beim Buch "Gezeiten der Stadt" von Kirsty Bell um eine historische, soziale, kulturelle und zwischenmenschliche Entdeckungsreise durch Berlin handelt, fasziniert Clara Willers vom ersten bis zum letzten Buchstaben. Sie nimmt die akribische Recherche aufgrund eines Hauseinzugs in Berlin, den Blick aus dem Fenster und die historische Stadtentwicklung im Buch zum Anlass, eigene Gedanken zum Entdecken und Begegnungen mit Mitmenschen anzustellen.
25.03.29 und 25.03.30 GGG-Buchtalk mit Clara Willers
Hörbox
Im einstündigen Buchtalk stellt Clara Willers ihre Sichtweise auf Resilienz vor, ihre Bewunderung gegenüber Pionier:innen der Frauenrechtsbewegung und ihr eigenes Engagement als Sprachlehrerin im Zentrum für Brückenangebote Baselland.
Kulturunternehmer und Pianist Lukas Loss im Gespräch
Was ist die grösste Herausforderung, ein interdisziplinäres Kunst-Wissenschafts-Musik-Festival zu koordinieren, das sowohl die Fachwelt als auch die breite Bevölkerung anspricht? Kreative Kombinationen wie Quantenphysik und Kunst von Jean Tinguely oder KI-generierte Kompositionen von "echten" Beethoven zu unterscheiden - das Festival Interfinity ist grenzenlos. Im GGG-Buchtalk spricht Lukas Loss über sein Herzensprojekt.
25.02.22 und 25.02.23 GGG-Talk mit Lukas Loss
Hörbox
Eine prägende Lektüre war für Lukas Loss "Stiller" von Max Frisch. Besonders der sprachliche Ausdruck in Beschreibungen gefällt ihm, aber auch die Beziehungsgeflechte und der Komplex der Identitäten. Eine markante Textstelle liest Lukas Loss vor, in der New York im Fokus steht.
Für den Interfinity-Organisator steht eine andere US-Stadt auf dem Programm: San Francisco. Dorthin reist Lukas Loss mit seinem Projekt Tinguely Entangled, das im Frühling 2023 Premiere hatte und unter anderem am Weltwirtschaftsforum im Winter 2024 gastierte.
Koch und Gastrounternehmer Arvid Weck im Gespräch
Der Gründer und Chef des Zmorgeland in der Markthalle und der Zmorgeinsel bei der Novartis lüftet im GGG-Buchtalk ein paar seiner Geheimnisse: Warum kocht Arvid Weck für seine Restaurantgäste ausschliesslich das, was ihm selbst schmeckt? Was imponiert ihm an der finnischen und israelischen Küche? Wieso sind seine beiden Brunch-Events eine Goldgrube?
25.01.25 und 25.01.26 GGG Buchtalk mit Arvid Weck
Hörbox
Die mitgebrachte Lektüre des Kochs ist - naheliegend - ein Kochbuch. "Foodrevolution" heisst das 2014 erschienene Buch von Katrina Meynink, das 100 Rezepte mit seitengrossen Fotografien illustriert.
Der Begriff von Bistronomy bedeutet, dass die heutige Gastroküche günstig sein soll, hochwertige Produkte bietet, gleichzeitig aufs Wesentliche reduziert und eine familiäre, vertrauensvolle Atmosphäre im Restaurant ausstrahlen soll. Dann bräuchte es gar keine Speisekarte mehr, denn die Gäste sollen der Küchencrew vertrauen und ihr rückmelden, wann sie den Gang wechseln wollen oder satt sind.
Von dieser Art von Gastronomie schwärmt Arvid Weck. Allerdings verlegt er seine Kreativität derzeit auf sein privates Leben und bereitet für seine beiden Brunch-Events reichhaltige Buffets zu.
Der GGG-Buchtalk wird von den Kooperationspartnern Forum für Zeitgeschichte und Fachstelle Gender und Bildung der reformierten Kirche Baselland gefördert.
Direktorin des Jüdischen Museum Schweiz Naomi Lubrich im Gespräch
Was findet Naomi Lubrich an Autobiografien von Künstler:innen spannend? Inwiefern spielt sie als Direktorin des Jüdischen Museums Schweiz eine entscheidende Rolle, ob eine kunstschaffende Person mit einer Zusammenarbeit gefördert oder abgewiesen wird? Welche berufliche Förderung hat sie selbst von ihrem Elternhaus, speziell von ihrem Vater, erfahren? Im Buchtalk der GGG Stadtbibliothek spricht Naomi Lubrich über ihre Erfahrungen.
24.12.01 GGG Buchtalk mit Naomi Lubrich
HörboX
Darüber hinaus geht es im Buchtalk um Ann Patchett, die ihre Autobiografie "Diese kostbaren Tage" geschrieben hat. Es handelt sich um eine Essaysammlung, die ganz unterschiedliche Lebensphasen von Ann Patchett aufgreift.
Zudem: Das Jüdische Museum Schweiz ist das einzige Museum schweizweit, das die jüdische Kulturvermittlung den Besuchenden näherbringt. Welche Aufgabe seine Direktorin sieht, wie sie unter anderem Schulklassen mit 22 Schüler:innen mit muslimischer Glaubensrichtung in den Dialog einbindet, berichtet Naomi Lubrich im Gespräch mit der Moderatorin Janina Labhardt.
Geschäftsführer von StadtKonzeptBasel Mathias F. Böhm im Gespräch
Wie positioniert sich die Stadt Basel im Ranking mit Skandinavien und unseren Nachbarländern? Welchen Mehrwert bringt der ESC im Mai 2025? Inwiefern sind Basels Klimaziele bis 2037 im Konflikt mit der Stadtentwicklung, die praktisch im Monatstakt ein Festival oder Mega-Event stattfinden lässt? Auf diese und weitere Fragen geht Mathias F. Böhm, Geschäftsführer von StadtKonzeptBasel, im GGG-Buchtalk ein.
24.11.02 und 24.11.03 GGG-Talk Mathias F. Böhm
Hörbox
Das einstündige Gespräch fand vergangenen Sonntagmorgen im GGG Schmiedenhof statt. Der Gast brachte sein Lieblingsbuch mit, das die Streitschrift "Innovation" von Wolf Lotter ist. Von diesem Buch lerne Mathias F. Böhm gerne für seine Arbeit, wie Projekte erfunden und überdacht werden, sagte er.
Busfahrer und Autor Philipp Probst im Gespräch
Der erste Buchtalk der GGG-Veranstaltungsreihe "Was liest du? Wer bist du?" nach der Sommerpause fand am 29. September mit Philipp Probst statt. Dieser sprach über seinen Job als BVB-Busfahrer, seine Schriftstellerkarriere und über seinen Lieblingsautor bzw. literartisches Vorbild Charles Bukowski. Auch das Publikum war eingeladen, Fragen zu stellen und sich am anschliessenden Apéro mit dem Podiumsgast zu unterhalten.
24.10.05 und 24.10.06 Buchtalk mit Philipp Probst
HörboX
Am Roman "Der Mann mit der Ledertasche" (Erscheinungsjahr 1971) schätzt Philipp Probst, weil Bukowski auf jegliche political correctness pfeift. Schon im ersten Kapitel fängt Bukowskis schamloser Schreibstil unmissverständlich an, das Philipp Probst vorliest. Die Fragen nach dem zeitgemässen Gendern, der sprachlichen Sorgfältigkeit etc. sind sowohl für die Moderatorin Janina Labhardt als auch für das GGG-Publikum eine kontroverse Diskussion wert. Obwohl der Schreibstil und die mündliche Ausdrucksform von Philipp Probst korrekt sind, sei es ein Reiz für ihn, auch mal so filterlos und vorbehaltlos zu schreiben wie Charles Bukowski.
Die Talk-Reihe wird in Zusammenarbeit mit dem Forum für Zeitfragen und der Fachstelle Gender und Bildung der reformierten Kirche BL durchgeführt.
Basler Künstlerin La Nefera im Gespräch
Am vergangenen Sonntag fand der GGG-Buchtalk mit Jennifer Perez aka La Nefera statt. Die Basler Rapperin verrät im Gespräch mit Janina Labhardt, wie sie den Hip-Hop mit 17 Jahren für sich entdeckt hat, warum ihre Texte auf Spanisch sind und was sie an Lebensphilosophie vermitteln will.
24.05.04 und 24.05.05 GGG-Buchtalk La Nefera ONLINE
HörboX
Im Fokus des Buchtalks steht La Neferas Lieblingsbuch: Selbstachtung, ausgewählte Essays von der US-Literaturpreisträgerin Toni Morrison. Die Basler Künstlerin gibt zu, dass Morrisons Theorien stellenweise schwierig zu verstehen, aber die Essenz ist für sie glasklar. Der Lieblingssatz im Buch ist für La Nefera: "Erzählen ist die Wurzel, was aus ihr wächst, lässt uns wachsen."
Als studierte Sozialarbeiterin, Texterin, Künstlerin und als Frau mit Migrationshintergrund aus der Dominikanischen Republik kann La Nefera viel aus Toni Morrison lernen.
Darüber hinaus handelte das Gespräch auch von ihrer Karriere, Selbstzweifel, Selbstinszenierung in Social Media und ihrer aktuellen Studioproduktion (Albumrelease im Oktober 2024).
Schriftsteller und Journalist -minu im Gespräch
Am vergangenen Sonntagmorgen sind viele Interessierte in den dritten Stock im GGG-Schmiedenhof geströmt, um den Buchtalk "Was liest du? Wer bist du?" zu hören. Zu Gast war -minu, der seinen Lieblingskrimi "und dann gab's keines mehr" von Agathe Christie mitbrachte.
24.02.29 und 24.03.02 GGG-Buchtalk mit -minu
X-Plus
Mit der Moderatorin Ann Meyer tauschte sich -minu aus, wie sich der Mordkomplott aufbaut und was sich zu anderen Krimiwerken von Christie unterscheidet. Die Frage nach einer möglichen Inspirationsquelle wiegelt -minu ab: Er sei nie Autor gewesen, sondern bloss Schriftsteller von Kurzgeschichten. Eine weitere Sammlung von -minus' Werken würden offenbar nicht gerade anstehen, weil er sich inzwischen den Luxus der Zeit gönne und sich weder von Verlagsleuten noch von seiner Leser:innenschaft drängen lasse.
BZ-Chefredaktor Patrick Marcolli im Gespräch
Der erste Buchtalk der GGG-Veranstaltungsreihe "Was liest du? Wer bist du?" im neuen Jahr fand am 28. Januar mit Patrick Marcolli statt. Dieser sprach über seine Lieblingslektüre "Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts" von George Parker mit der Moderatorin Ann Meyer. Auch das Publikum war eingeladen, Fragen zu stellen und sich am anschliessenden Apéro mit dem Podiumsgast zu unterhalten.
24.01.02 und 24.02.03 Buchtalk mit Patrick Marcolli
X-Plus
Das über 700-seitige Sachbuch liefert einen Abriss über die Politik der USA. Obwohl es sich hauptsächlich um die Biografie über den 2010 verstorbene Spitzendiplomat Richard Holbrooke handelt, umfasst das Buch die US-Geschichte der vergangenen Jahrzehnten.
Der Podiumsgast zieht mit diesem Buch den Bogen auf die aktuelle Lage in den USA im Vorfeld der Präsidentschaftswahl. "Was, wenn..." sei zwar keine geschichtswissenschaftlich relevante Frage, stellt der Historiker Patrick Marcolli in den Raum, aber auf das besprochene Buch sehr interessant.
Pia Inderbitzin im Gespräch
Die Veranstaltung "Was liest du? Wer bist du?" hat am vergangenen Sonntag zum letzten Mal in diesem Jahr im GGG Schmiedenhof stattgefunden. Pia Inderbitzin hat ihr Lieblingsbuch "Spatzen am Brunnen" von Hansjörg Schneider mitgebracht, zudem eigene Geschichten über ihre Zeit als Fasnachtsobfrau, eine Kochreise durch Afrika und über ihre eigene Schreibleidenschaft.
23.11.30 GGG-Buchtalk mit Pia Inderbitzin
X-Plus
Dass die ehemalige Fasnachtsobfrau in Sachen Anekdoten, Erinnerungen und vor allem mit astreinem Baseldeutsch aus dem Vollen schöpfen kann, ist unüberhörbar. Darüber hinaus erzählt sie - weiterhin spürbar ergriffen - wie sie zweifach die Basler Fasnacht in der Pandemie absagen musste.
Ausserdem empfindet sie den Basler Humor einzigartig, der unter anderem in den Schnitzelbänken und auf den Fasnachtslaternen zum Ausdruck kommt. Das sieht die Moderatorin Ann Mayer anders...
CMS-Kulturleiter Claudio Beccarelli im Gespräch
Ein weiterer Talk der Veranstaltungsreihe "Was liest du? Wer bist du?" fand am Sonntag, 29. Oktober im Schmiedenhof der GGG Stadtbibliothek Basel statt. Dort sass Claudio Beccarelli auf dem Podium, der als Leiter der Kulturabteilung der Christoph Merian Stiftung arbeitet. Seine Lieblingslektüre ist unter anderem "Venusschuh" von S. Corinna Bille.
23.11.04 und 23.11.05 GGG-Buchtalk mit Claudio Beccarelli
HörboX
Im Gespräch mit Janina Labhardt berichtet Claudio Beccarelli von seiner Leseleidenschaft, was ihm Bücher bedeuten und warum er sich über Gelesenes mit niemandem austauscht.
Zur Autorin S. Corinna Bille recherchierte er viel im Wallis, in Billes ehemaligen Wohnort. Die vielen Naturbeschreibungen und landschaftlichen Bezüge im Buch kann Claudio Beccarelli bestens nachvollziehen, weil er selbst im Wallis ein Haus besitzt mit einer eigenen Bibliothek.
Die Liste seiner liebsten 46 Bücher aktualisiert Claudio Beccarelli stetig. In der Regel fängt er einen neuen Tag mit einem Buch in der Hand an. Sein Lesetempo: 50 Seiten pro Stunde.
Reinacher Pfarrerin Florence Develey im Gespräch
Am vergangenen Sonntag fand der vierte Buchtalk der Reihe "Was liest du? Wer bist du?" im Schmiedenhof der GGG Stadtbibliothek Basel statt: Florence Develey brachte ihre Lieblingslektüre "Mittagsstunde" von Dörte Hansen mit.
23.09.28 und 23.09.30 GGG-Buchtalk mit Florence Develey
X-Plus
Die Handlung des Romans spielt in einem fiktiven Dorf im hohen Norden von Deutschland. In einer Zeitspanne von zwei Generationen gibt die Autorin Einblicke in die bäuerliche Welt, die unter anderem Verlust, Abschied und einen Neubeginn beinhaltet.
Florence Develey liebt dieses Buch. Sie schätzt den Schreibstil der Autorin, auch die versteckten Details und die unkommentierten Beschreibungen des Landlebens. Die Pfarrerin von Reinach stellt den Buchinhalt in den Zusammenhang mit ihrer Arbeit: Abschied, Neuanfang, seelsorgerische Begleitung und die Auseinandersetzung mit dem christilichen Glauben gehören zu ihren beruflichen Auseinandersetzungen.
Im Gespräch mit Janina Labhardt berichtet Florence Develey unter anderem, wie die Reinacher Kirchengemeinschaft auf den aktuellen Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche reagiert, welche Themen sie für ein "Wort zum Sonntag" aufgreifen würde und wieso vergeben manchmal so schwer fällt.
Nina Jecker der Basler Zeitung im Gespräch
Der dritte Buchtalk der Reihe "Was liest du? Wer bist du?" fand am vergangenen Sonntag im Schmiedenhof der GGG Stadtbibliothek Basel statt: Nina Jecker hat anhand ihrer Lieblingslektüre "angerichtet" von Herman Koch berichtet, wieso sie solche literarische Denkanstösse schätzt und was sie für ihre eigenen Kinder ableitet.
23.03.30 und 23.04.01 Buchtalk mit Nina Jecker
X-Plus
Der Roman ist ein fiktives Familiendrama, das sich zwischen Empathie und Moral bewegt. Was tun bei einem Tötungsdelikt, das das eigene Kind begangen hat? Wie weit darf Elternliebe gehen? Was darf man tun, um die eigenen Kinder zu beschützen?
Nina Jecker mag das Buch des niederländischen Besteller-Autors besonders, weil sie es in verschiedenen Lebensphasen unterschiedlich interpretiert hat. Im Jahr 2010 verschlang die damals kinderlose Juristin Nina Jecker das neu erschienene Buch und konnte für sich sofort ein Urteil bilden.
Als Nina Jecker das Buch ein zweites Mal las, als sie zweifache Mutter war, fühlte sie sich hin- und hergerissen: Was würde sie tun, wenn ihr eigenes Kind ein Tötungsdelikt begangen hätte? Ihre Empathie fiel mehr ins Gewicht.
Im Gespräch mit Janina Labhardt berichtet sie unter anderem über ihren Umgang mit ihren Kindern und über ihre Erfahrungen als BaZ-Kolumnistin.
Zolli-Direktor Olivier Pagan im Gespräch
Die zweite Folge des GGG-Buchtalks "Was liest du? Wer bist du?" fand am 19. Februar mit Olivier Pagan statt. Er ist Zoo-Direktor und Tierarzt, segelte in einer "Nussschale" mit seiner Frau über den Pazifik und liebt das Buch "Die richtige Flughöhe" von Bertrand Piccard.
23.02.23 und 23.02.25 GGG-Buchtalk mit Olivier Pagan
X-Plus
Im Gespräch mit der Moderatorin Ann Mayer berichtet er, wie er mit Kritik umgeht, wie er umweltschonend leben möchte und verrät, welche Projekte des Zoos für dessen 150. Jubiläum nächstes Jahr lanciert werden. Seine ernsthafte Antwort auf die Frage, welche neue Tierart er im Zoo gerne hinzufügen möchte: "Der Hausspatz."
Roger Jean Rebmann alias Grabmacherjoggi im Gespräch
Der Auftakt der neuen Talkreihe "Was liest du? Wer bist du?" von der GGG Stadtbibliothek Schmiedenhof hat am 29. Januar 2023 stattgefunden. Das Publikum liess sich auf Exkurse über Byzanz ein, erfuhr Wissenswertes über das mittelalterliche Basel und durfte sich über die Sammelleidenschaft in Brockenhäusern des Gesprächsgastes schmunzeln.
23.02.02 und 23.02.04 GGG-Buchtalk mit Roger Jean Rebmann
X-Plus
Roger Jean Rebmann alias Grabmacherjoggi hat sich als Basler Stadtführer einen Namen gemacht. Er hat sich sein historisches Wissen über Basel selbst angelesen, verfügt privat über eine grosse Bibliothek mit dicken Sachbüchern und unterhält sowohl auf der Bühne, als auch auf seinen Stadtführungen gerne das Publikum.
Als erster Gesprächsgast der öffentlichen Buchtalk-Veranstaltungsreihe der GGG Stadtbibliothek Schmiedenhof diskutierte er während einer Stunde mit der Moderatorin Ann Mayer unter anderem über seine Lieblingslektüre. Beim anschliessenden Apéro konnte das interessierte Publikum mit Roger Jean Rebmann persönliche Worte wechseln.
Was liest du? Wer bist du?
Die GGG Stadtbibliothek Basel lädt zu einer Veranstaltungsreihe mit neuen Terminen ein: Die einstündigen Talks finden an den Donnerstagen, 23. Januar, 20. Februar und am 20. März 2025 jeweils um 19 Uhr im Schmiedenhof Basel fest. Eine Basler Persönlichkeit soll sich anhand ihrer Lieblingslektüre vorstellen und aus ihrem Leben erzählen.
23.01.28 Start des Talk-Reihe in der GGG
Kulturtipp
Radio X ist neben dem Forum für Zeitfragen und der Fachstelle Gender und Bildung der reformierten Kirche BL Kooperationspartner. Bei der Veranstaltung ist Radio X dabei und sendet in der darauffolgenden HörboX-Sendung den moderierten Talk. Die Talkmoderationen übernimmt Janina Labhardt aus dem Radio X-Team.
Wir lesen vor.
Am 22. Mai 2019 lesen Prominente in der GGG Bibliothek Schmiedenhof aus ihrem Lieblingsbuch vor. Radio X ist live vor Ort und moderiert durch den Abend.
Prominente lesen aus ihrem Lieblingsbuch vor. Die Veranstaltung wird live auf Radio X übertragen.
- 16.00 Ueli Mäder, Soziologe
- 17.00 Annina Frey, Glanz & Gloria
- 18.00 Danielle Bürgin, Radio X
- 19.00 Dani von Wattenwyl, Tele Basel
- 20.00 Georg Kreis, Historiker
- 21.00 Sarah Altenaichinger, Poetry Slam
Eintritt frei
Bibliothek Schmiedenhof
OnAir
Am Mittwoch, 22. Mai 2019 ab 16 Uhr auf Radio X.
Schweizer Vorlesetag 2019
6 prominente Basler*innen lesen in der GGG Stadtbibliothek (Schmiedenhof) aus ihrem Lieblingsbuch vor. Die Veranstaltung wird live auf Radio X übertragen und über Instagram begleitet.
Moderation: Mirco Kaempf, Technik: Sebastian Doss, Projektleitung: Rebecca Häusel, Lukas Kurmann
"Rock&Roll ist der Anti-Held" - The Jackets im Interview
Während ihres Konzertes in der Kaschemme liess uns das Trio kaum Zeit um durchzuatmen. Glücklicherweise konnten wir kurz vorher noch mit ihnen über die neue Platte reden, und darüber was es heisst, mit Fuzz und Lärm Geschichten zu erzählen. Freak out! von Mirco Kaempf
Konzerte spielen ist unsere politische Message. Freak Out! Wir tun es, um ausbrechen, frei zu sein, um uns auszudrücken.
Die Jackets sind eine der furiosesten Garage Bands der Schweiz. Ihr Sound siedelt sich in den primitiven Klangwelten zwischen 1966 und 1977 an, doch sind sie eine Erscheinung des 21. Jahrhunderts. Im Zentrum des galanten Krachs steht eine unvergängliche Liebe zum Rock&Roll. Diesen lebt das Trio seit mehr als 10 Jahren vor allem live aus, auf den kleinen (bis mittelgrossen) Bühnen der Welt aus. Am Freitag erscheint ihr 4. Studioalbum, Queen of the Pill, produziert von keinem geringerem als King Khan und gemixt von der weissgestreiften Koryphäe Jim Diamond.
Im Zuge ihrer Platteneinweihungstour machten sie am Samstag Halt in der Kaschemme, und wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen, mit Jackie Brutsche aka Jack Torera, Samuel Schmidiger und Chris Rosales über die neue Scheibe zu quatschen. Das Gespräch fand im benachbarten Kellerstudio der Kaschemme statt und umfasste Philosophie-Exkurse darüber, was Rock&Roll eigentlich bedeutet, wie politisch es ist, Konzerte zu spielen und wie man richtig mit Lärm umgeht. - Und wer noch nicht genug hat, am Donnerstag spielen die Jackets ihre Plattentaufe in ihrer Heimatstadt Bern.
Wie wohl viele andere Garage-heads bin ich heute Morgen aufgewacht und habe gelesen, dass Roky Erikson, der Gitarrist und Sänger der legendären 13th Floor Elevators dahingeschieden ist. Was hat er euch bedeutet?
CR: Roky hat mich total überwältigt! Easter Everywhere war die erste Platte, die ich jemals gehört habe. Mir lief ein kalter Schauer über den Rücken. Wie in einem Science-Fiction Film wo plötzlich die Zeit anhält und alles in sich zusammenfällt… Ich werde dieses Gefühl nie vergessen. Diese Rock&Roll Band trug ein Genie in sich und ist gleichzusetzen mit sowas wie einem Meisterwerk der Malerei.
JB: Ich liebte seine Stimme! Die Schreie und die Lyrics hatten etwas Berührendes, das tief geht.
Die Aufnahmen bleiben uns zum Glück erhalten! Und dort wird er immer der teenage-acid-Rebell bleiben. Euch gibt’s ja nun auch schon eine ganze Weile. Wie ist das für euch, die 10 Jahre jüngeren Jackets zu hören?
JB: Das habe ich lustigerweise erst kürzlich gemacht! [lacht] Natürlich würdest du am liebsten alles nochmals neu Aufnehmen… Aber so ist das halt… du wächst mit jeder Platte die du machst.
SS: Ich liebe diese erste Platte!
Chris, du meintest mal eure letzte Platte Shadows of Sound [Voodoo Rhythm Records, 2016] sei zu konstruiert gewesen. Hattet ihr für Queen of the Pill ein gegenläufiges Credo?
CR: Nun, wir machten sowas wie einen Testlauf vorher: Wir gingen im Sommer für eine Woche nach Berlin zu unserem guten Kumpel Arish Khan (King Khan & The Shrines). Wir schliefen auf seiner Couch, gingen Essen und Trinken und nahmen ein paar Songs auf. Nachdem auch Beat-Man vom Resultat begeistert war, gingen wir erneut nach Berlin für weitere Songs. Es hat einfach gut gepasst! Wir hatten vorher nie wirklich einen Produzenten, aber Arish Khan wusste, was er macht.
JB Die Chemie passte einfach super.
Wie fühlt es sich an, Jim Diamond [White Stripes] auf den Liner Notes zu haben?
CR: Jim Diamond! Ich liebe es einfach, Jim Diamond zu sagen. Jim Diamond! Es ist ein wohlklingender Name…
SS: Er hat uns schon ein paar Mal angefragt, aber es hat vorher einfach nicht gepasst
CR: Witzig ist, dass wir ihn nach all den Anfragen zufällig mal in einem Bus in Spanien angetroffen haben. Dort haben wir uns erst richtig kennengelernt. Und erst dann haben wir uns gefunden.
Und schliesslich hat er also den Mix für euer neues Album gemacht. Was kann er denn besser, als andere?
CR: Er hat den magic button!
SS: Ich habe den Eindruck, er platziert die Instrumente unglaublich bewusst. Er weiss, dass jedes Instrument einen eigenen Platz einnimmt. Wir arbeiteten eben auch mit Overdubs und die müssen richtig im sonoren Raum stehen. Und das kann er eben sehr gut, mit nur wenigen Klicks.
Reden wir doch über den explosiven fuzzy Sound… Teilweise erinnern die Songs an eine chaotische, freaky Holzwerkstatt. Was macht Lärm in euren Augen denn so wunderbar?
JB: Kontrolle…
CR: Macht…
JB: Energie…
CR: Es ist kraftvoll… Bewegt Menschen…
JB: Es muss aber auch richtig angewendet werden. Wenn Lärm immer nur Lärm ist dann wird dieser schwach. Aber wenn du das Fuzzpedal im richtigen Moment drückst, dann öffnet dies Sphären. Das meine ich mit «Kontrolle», du musst mit Lärm auch Geschichten erzählen können.
Geht es bei den Jackets um Ekstase?
CR: Ich glaube bei uns geht es vor allem um Direktheit. Man ist an unseren Konzerten immer hellwach und voll im Moment drin.
Eine Rock&Roll Show also, ein bisschen wie Zen?
JB: Genau!
Eine der auffälligsten Songs auf dem Album heisst Floating Alice. Dieser fällt ein bisschen aus dem Rahmen, weil er so anders ist. Beinahe The Jackets gone psychedelic…
JB: Ich hatte dieses Bild von einer Astronautin, die im Weltall schwebt. Sie schaut auf die Erde und singt ihrer Liebe zu, die dort ist. All derweil hinwegschwebend. Ich benannte sie dann einfach nach Alice Cooper. [lacht] Irgendwie ist ihm unsere Single zugeflogen und spielte sie in seiner Radio Show. Er fand unsere Band wohl irgendwie gut.
Experimentiert ihr denn im Bandraum auch mit psychedelischer Musik?
CR: Nein da schreien wir uns eigentlich nur gegenseitig an…
JB: Ja, das ist wohl Teil des kreativen Prozesses!
SS: Es kommt drauf an, was du unter psychedelischer Musik verstehst. Für uns kommt Psychedelik von einem sehr primitiven Gefühlszustand aus. So gesehen ist es auch nicht etwas, das du planen kannst, sondern es passiert einfach. Auf der Bühne, im Zusammenspiel mit Fuzz, Bass und Schlagzeug. Es hat für uns also nichts mit einer Melodie oder sowas zu tun à la 13th Floor Elevators. Für uns ist es eher eine physische Erfahrung, die in gewissen Momenten aufflackert.
In diesem primitiven Feld des Musizierens wo Songs oftmals auf nur 3 Akkorden aufgebaut sind, ist es da schwierig, neue Ideen zu entwickeln und neue Songs zu schreiben?
JB: Im Bandleben musst du den richtigen Moment erwischen, um neue Songs zu schreiben. Das schlimmste ist, wenn du ausgelaugt von irgendwelchen Touren nach Hause kommst, aber dann noch ein neues Album aufnehmen solltest. Und dann noch Songs schreiben musst…
CR: Bei "Shadows" war das so. Viele Songs sind einfach aus Jams entstanden und im Studio musste dann einfach noch ein Text her. Für die neue Scheibe hatte Jackie aber schon viele Songs und Demos parat. Diesmal gab es kein prominent vorangehendes Gejamme. Arish Khan hat teilweise noch punktuell mit den Arrangements geholfen.
War es denn eine entspannte Unternehmung, dieses Album zu machen?
JB: Naja, eigentlich nicht. Ein Album zu machen ist immer eine grosse Sache. Es ist der Motor einer Band! Das kann allerdings auch sehr stressend sein. Aber sobald es vorbei ist, vergisst du diesen Aspekt hinterher immer irgendwie. Und sagst dir dann: Oh yeah, lass uns ein Album machen!
CR: Es ist wie eine Ameise die zu einem fliegenden Octopus wird, der dein Gesicht fressen will… und dann wieder zur Ameise wird.
SS: Was wir uns wünschen würden ist, neue Songs zu schreiben, auf Tour zu gehen, und dann das Album aufzunehmen.
Im Song "Move On" singt ihr in herabwertender Manier, dass euer gegenüber in der Zeit hängen geblieben sei. Euch beschreibt man ja auch immer wieder als 60s Band, obwohl wir das Jahr 2019 haben. Trotzdem gibt es wohl Parallel in den Energien die da losgetreten werden. Was macht denn eurer Meinung nach "Rock&Roll Musik" aus?
CR: Na, wenn es einen Beat hat und man dazu tanzen kann! Rock&Roll ist ja eigentlich ziemlich rudimentär. Es ist Musik, gemacht für die Kids. Das heisst aber nicht, dass man ein Kind sein muss. Man muss einfach jung im Herzen sein. Es ist das Gegenteil von Prätentiös. Es verleitet dich eine Zigarette zu rauchen oder eine Flasche zu zerschlagen.
JB: Rock&Roll muss authentisch und direkt sein. Wenn du selber immer ehrlich und du selber bist, dann kannst du auch die gleichen Instrumente wie in den 50ern oder 60ern spielen, du machst dann trotzdem etwas total Eigenes, mit deiner Geschichte, und deiner Persönlichkeit. Das fasziniert mich, die grundlegenden Elemente sind immer diesselben, aber jede Band klingt anders.
SS: Mittlerweile ist Rock&Roll auch etwas, das über mehrere Generationen hinweg geteilt werden kann. Auch fürs Konzert heute Abend werden 2-3 Generationen zusammenkommen. Rock&Roll hat keine Zielgruppe und ist keine Modeerscheinung, sondern ist für viele zum Teil ihres Lebens geworden. Und es kommen immer neue, junge Menschen hinzu.
Ist Rock&Roll denn nun ein Lifestyle oder eine Philosophie?
CR: Es ist natürlich beides und noch viel mehr. Es ist eine Kunstform, es ist eine Mode, es ist ein Geruch… und ich glaube er wird für immer bestehen. Es wird immer wieder Kids geben, die sowas hören wollen. Es berührt etwas, das in allen von uns steckt, es hält den Teenager in uns am Leben.
Kultiviert den Teenager!
JB: Es ist aber auch der Underground... Rock&Roll hat so etwas wie eine Community – eine Anhängerschaft verteilt und vernetzt auf der ganzen Welt. Es ist fast so etwas wie eine Familie. Du triffst an Konzerten Menschen die du nicht kennst, aber du hast eine fantastische Zeit, weil euch die Liebe zu dieser Musik verbindet. Es ist mehr als Musik…
Nehmen wir an, dass alle Kunst auch politisch ist. Würdet ihr sagen, dass eure Rock&Roll Musik auch eine politische Message inne hat?
JB: Zieht euch die Hosen aus!
CR: Ja genau! Nein wir sind nicht eine sehr politische Band…
JB: Doch, natürlich sind wir das!
CR: Wirklich? Wieso denn?
Man könnte ja behaupten, dass jede Aktion die man unternimmt, auch eine winzige politische Konsequenz nach sich zieht?
SS: Nunja, man könnte das so sehen: Wir gleisen ein Konzert auf und spielen eine Show. Alle die an unser Konzert kommen werden an diesem Abend davor bewahrt, alleine rumzusitzen und Netflix zu schauen. Somit bleiben diese ein Stückweit vor weiteren Einwirkungen des kapitalistischen Lebensstils bewahrt. So gesehen ja, wir sind politisch. Aber wir haben keine politische Agenda und sind sicherlich keine Moralisten.
CR: Ich denke, dass sich Rock&Roll traditionell gegen all diese Werweisungen stellt. Rock&Roll ist aufmüpfig und schert sich nicht um solches Zeug. Es geht vor allem eine Anti-Haltung. Anti-Politik. Anti-politische-Korrektheit. Rock&Roll ist der Anti-Held.
JB: Rock&Roll ist aber auch eine Lösung. Es steht all jenen offen, die gefangen sind im System. Wir als Band versuchen in erster Linie diese Kultur aufrechtzuerhalten. Für viele Clubs wird es immer schwieriger, überhaupt solche Konzerte zu organisieren, mag das an sich beschwerenden Nachbarn liegen oder sonstwas. Konzerte spielen ist unsere politische Message. Freak Out! Wir tun es, um ausbrechen, frei zu sein, um uns auszudrücken.
SS: Wir machen lokale Musik. Auch wenn wir touren, treffen wir auf lokale Szenen, wo ganz viele Menschen zusammenarbeiten. Sei es Veranstalter, Promoter, Radios, DJs, Fanzines... Das sind oftmals Menschen mit 2.Jobs oder solche, die all das ehrenamtlich machen. Das kreiert eine Szene und das ist etwas wunderbares. Das hat natürlich auch politische Konsequenzen.
Queen of the Pill: Was ist die grösste Droge von allen? Bitte sag Rock&Roll…
JB: Rock&Roll!
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