Album der Woche: Don't Be Dumb von A$AP Rocky

Für die einen ist er ein Mode-Rapper, für die anderen ein Fashion-Killer. Nach acht Jahren Album-Pause erscheint nun sein viertes Studioalbum: A$AP Rocky – Don’t Be Dumb. von Mirco Kaempf

A$AP Rocky - Don't Be Dumb

A$AP Rocky veröffentlicht nach acht jahren ein neues Studioalbum

Seit Testing (2018) ist viel passiert. Der ehemalige Future King of Harlem ist zum Globetrotter geworden, ist Vater von drei Kindern mit Rihanna, stand wegen eines möglichen langjährigen Gefängnisaufenthalts vor Gericht, spielte in Filmen mit und designt Mode. Testing wurde damals oft kritisiert: zu eklektisch, zu zerstreut, zu unfertig.

Don’t Be Dumb wirkt fokussierter und knüpft klarer an den kritischen wie kommerziellen Erfolg von Long Live A$AP an. Doch der Zeitgeist hat sich verändert: Wo früher MDMA und Hustensaft den Night-life Zeitgeist dominierten, spiegeln sich heute Rockys weiter gefächerte Lebensumstände und vielfältigere Einflüsse wider. Das neue Material klingt insgesamt geschlossener, ohne seine Vorliebe für experimentelle, kantige Beats zu verlieren.

Rocky zeigt sich gewohnt selbstsicher. Die Tracks bewegen sich zwischen Jazz, Dreampop und Punk, sind verspielt oder konfrontativ – etwa auf Helicopter oder Punk Rocky. Besonders überzeugend sind jedoch die ruhigeren, emotionaleren Momente: Whiskey Release Me oder der Titeltrack Don’t Be Dumb klingen warm und soulful, ohne aufgesetzt zu wirken. Weniger stark fällt im Vergleich der Drake-Diss Stole Ya Flow aus.

Am Ende bleibt kein weltbewegendes Album, aber ein solides A$AP-Rocky-Werk: schillernd, laut, stellenweise überraschend – und dann doch wieder erwartbar.