Mizmorim Kammermusik Festival 2026
Am Mittwoch, 21.01. beginnt die 12. Ausgabe des Mizmorim Kammermusik Festival. Dieses Jahr unter dem Thema "Jerusalem". Eine Stadt die, viele Bilder auslöst und mit dem aktuellen Krieg im Nahen Osten auch viele negative Bilder. Im Christentum, Islam und Judentum, den drei in Jerusalem lebenden Religionen, steht die Stadt aber für Hoffnung und Frieden. Genau diese Hoffnung und dieser Frieden sollen beim Mizmorim Festival hervorgehoben werden. von Emma Klugermann
26.01.20 Mizmorim
Am 21.01. startet das Mizmorim Kammermusik Festival in die 12. Ausgabe zum Thema "Jerusalem"
Gibt es so etwas wie eine gemeinsame Sprache? Eine Sprache, die Konflikte übertönen und Hoffnung machen kann?
Das Mizmorim Kammermusik Festival Basel versucht sich in den kommenden fünf Tagen an diese Fragen anzunähern.
In der 12. Ausgabe Mizmorim kreist das Programm um ein Wort, das sofort Bilder auslöst: Jerusalem. Eine Stadt, die für viele religiös und historisch aufgeladen ist - und politisch hochsensibel.
Denn gerade jetzt, während der Krieg im Nahen Osten herrscht, ruft Jerusalem bei vielen Menschen negative Gedanken hervor.
Im Christentum, Islam und Judentum, die in Jerusalem nebeneinander leben, symbolisiert die Stadt aber Hoffnung und Frieden.
Genau diese Hoffnung und diesen Frieden möchte Festivalgründerin und Leiterin Michal Lewkowitcz durch den Konflikt hindurch betonen.
Mit dem Schwerpunkt verbindet sich auch Anspruch. Mizmorim will in den Dialog treten, Begegnungen möglich machen und Brücken schlagen. In den einzelnen Programmpunkten arbeiten Musiker:innen mit unterschiedlichen Hintergründen zusammen. Ein Austausch, der nicht durch Debatten und Streit gekennzeichnet ist, sondern durch Teilen, Lernen und Offenheit.
Christian Dierstein ist Schlagzeuger und schon seit 2016 Teil des Mizmorim Festivals. Für ihn sind gerade der Austausch und die Offenheit besonders am Mizmorim.
Das Festival versucht jüdische Musik mit arabischer zu verbinden. Genau das zeige Christian Dierstein, dass es eine gemeinsame Sprache in der Musik gibt, mit der wir uns verständigen können.
Gleichzeitig bleibt klar: Jerusalem, ist gerade jetzt kein neutrales Thema. Für Michal Lewkowicz hat die Stadt aber auch noch eine ganz andere Seite, voller Schönheit, Inspiration und Geschichte, die das Mizmorim Festival betonen soll. Mit dem Thema „Jerusalem“ soll vor allem das Brücken schlagen im Vordergrund stehen.
Gerade die Musik ist für Michal Lewkowicz und Christian Dierstein ein wichtiger und guter Weg diese Brücken zu bauen. Vor allem angesichts der schlimmen Ereignisse in Gaza, dürfe man nicht wegschauen. "Wozu machen wir sonst Musik?" fragt Christian Dierstein. Das Mizmorim Festival bringt jüdische, christliche und arabische Künstler:innen zusammen, um gemeinsam ihre Musik zu spielen. Michal Lewkowicz sagt das gebe ihr Hoffnung.
Die Auswahl der Konzerte, Musikstücke und Musiker:innen ist dementsprechend vielfältig. Schon beim Pre-Concert lassen Klarinette und Klavier jüdische und arabische Melodien miteinander verschmelzen. Es gibt Konzerte über die Jahrtausende alte Geschichte Jerusalems und Musik, die auf einer traditionellen arabischen Oud gespielt wird. Michal Lewkowicz erzählt, dass die Auswahl der Konzerte sehr schwer gefallen sei, aber hofft, dass für jeden etwas Passendes dabei ist.
Wichtig ist bei Mizmorim aber nicht nur was auf der Bühne passiert. Christian Dierstein erzählt, man hätte die Räumlichkeiten absichtlich so gewählt, dass man viele offene Räume hat, in denen Musiker:innen und Publikum sich begegnen und ins Gespräch kommen können.
Das Mizmorim Kammermusik Festival beginnt morgen Abend mit dem Pre-Concert im Basler Stadthaus und das Eröffnungskonzert folgt am Donnerstag im Stadtcasino Basel. Das Festival endet am Sonntag, 25. Januar mit einem gemeinsamen Konzert aller 15 Musiker:innen.