Laut fürs Stillen

Die Schweiz ist zu wenig stillfreundlich. Das sagt jedenfalls der Bericht der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zur Stillförderung in der Schweiz. Mit 1,1 von 3 Punkten schneidet die Schweiz im internationalen Vergleich bei Kriterien wie politischer Wille und Finanzierung schlecht ab. Sie liegt hinter Deutschland, England, Ghana und Mexiko. Wir haben mit Susanne Grylka, Hebammenprofessorin und Leiterin der Studie „Becoming Breastfeeding Friendly Schweiz“, gesprochen. von Miriam Lubrich

Stillförderung

Die Schweiz schneidet bei der Stillstudie schlecht ab. Gespräch mit Hebammenprofessorin Susanne Grylka

Gesundheits-Power-Drink

Stillen ist für Kind und Mutter gleichermassen gesund und wirkt präventiv gegen Krankheiten. Dadurch senken sich auch die Gesundheitskosten, was der Gesellschaft zugutekommt. Daher empfiehlt die WHO, in den ersten sechs Monaten ausschliesslich zu stillen und danach bis zum Alter von zwei Jahren mit Beikost weiterzustillen. Eine Schweizer Studie aus dem Jahr 2024 zeigt jedoch, dass zwar anfangs fast alle Schweizer Mütter stillen. Nach fünf Monaten bekommen jedoch bereits 66 % der Kinder Beikost.

Was viele Mütter vom Stillen abhält, ist die Tatsache, dass zwei Drittel von ihnen Probleme damit haben. Hinzu kommt, dass der Mutterschaftsurlaub nach 14 Wochen endet. Die Familie Larrson-Rosenquist Stiftung setzt sich für die Förderung des Stillens in der Schweiz ein und hat auch den Bericht der ZHAW unterstützt.

Stillstrategien

Susanne Grylka und ihre Mitarbeitenden schlagen der Schweiz verschiedene Ansätze vor, um das Stillen verstärkt zu fördern. Vor allem brauche es eine nationale Stillstrategie und -kommission, wie sie beispielsweise in Deutschland existiert. Diese berät die Regierung, schreibt Richtlinien und Empfehlungen und unterstützt Initiativen. Ausserdem soll der Mutterschaftsurlaub verlängert werden. Darüber hinaus sollen die Forschung und die Ausbildung von Gesundheitsfachpersonen zum Thema Stillen verbessert werden.

 

Mehr dazu erfahren Sie im Bericht „Becoming Breastfeeding Friendly Schweiz“.