Woche gegen Rassismus 2019
Geheimtipp «Look Outside»: Schau bloss nicht aus dem Fenster
Im Jahr 2025 waren es nicht die grossen Game-Blockbuster, die uns überzeugt haben, sondern vorallem die Perlen der Indie-Studios. Während Clair Obscur: Expedition 33 bei den Game Awards Rekorde brach und alle Welt zu Recht über Hades 2, Blue Prince oder Hollow Knight: Silksong sprach, flog ein Highlight komplett unter dem Radar: Look Outside. Das rundenbasierte Survival-Horror-RPG des kanadischen Entwicklers Francis Coulombe ist eines der stärksten Indie-Erlebnisse des letzten Jahres! von Noemie Keller
26.01.18 Look Outside
Der Titel ist eine Falle
Das Spiel beginnt unscheinbar: Deine Spielfigur, der arbeitslose Sam, wacht in seinem Apartment auf und verspürt den drängenden Wunsch, aus dem Fenster zu schauen. Doch gibst du diesem Drang nach, ist das Spiel schneller vorbei, als du blinzeln kannst. Entgegen dem Titel Look Outside ist Rausschauen nämlich das Letzte, was du tun solltest.
Irgendetwas ist am Himmel aufgetaucht und alle, die einen Blick darauf erhaschen, mutieren augenblicklich zu grotesken Kreaturen. Das Phänomen soll zwei Wochen andauern. Deine Aufgabe: Überleben, nicht aus dem Fenster sehen und das Gebäude nicht verlassen.
Paranoia im Treppenhaus
Wie du diese zwei Wochen verbringst, ist dir überlassen. Harrst du allein in deiner Wohnung aus? Oder versuchst du herauszufinden, was draussen vor sich geht, indem du den Apartmentkomplex erkundest und vielleicht sogar Verbündete findest?
Solltest du dich entscheiden, deine sicheren vier Wände zu verlassen, merkst du schnell, dass viele deiner Nachbar:innen weniger Glück hatten als du. Die Mutationen sind der Stoff aus dem Albträume gemacht sind: von Gesichtern, aus denen tausende Zähne wachsen, über Menschen, die mit ihren Autos verschmolzen sind, bis hin zu mutierten Ratten oder einer ganzen Schulklasse, die sich in tentakelbewehrte Monster verwandelt hat.
Moralische Dilemmata und hoher Wiederspielwert
Die Atmosphäre ist bedrückend und von ständiger Paranoia geprägt. Du fragst dich häufig: Wer meint es gut und wer will dir an die Gurgel? Denn nicht jeder Mutant ist automatisch bösartig und nicht alles was nett wirkt, ist es auch. Du weisst nie, woran du bist. Das führt immer wieder zu schwierigen moralischen Dilemmata. Viele Situationen lassen sich unterschiedlich lösen, und deine Entscheidungen haben spürbare Konsequenzen, die zu völlig verschiedenen Spielverläufen und Enden führen.
Fazit: Retro-Charme trifft Eldritch Horror
Trotz der gruseligen Mutationen und dem «Eldritch Mystery»-Vibe versprüht das Spiel einen enormen Charme. Der Apartmentkomplex steckt voller Geheimnisse und kurioser Gestalten, die mit viel Liebe zum Detail und Humor gestaltet wurden. Die Dialoge sind hervorragend geschrieben, die Monster-Designs innovativ unheimlich, und das alles präsentiert sich in detailverliebter 16-Bit-Pixelgrafik, untermalt von einem Ohrwurm-verdächtigen Retro-Soundtrack.
Look Outside ist absurd, brutal, unheimlich und lustig zugleich. Wer sich traut, nicht aus dem Fenster zu schauen, bekommt für ca. 10 Franken (PC via Steam) ein Erlebnis mit extrem hohem Wiederspielwert.
Die Woche
Lesungen, Theater, Diskussion, Musik, Ausstellungen und vieles mehr: Die Woche gegen Rassismus 2019 in Basel bietet ein vielfältiges Programm, sie findet statt von: Montag, 18. März bis Sonntag, 24. März 2019
Radio X setzt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen und Beteiligten ein Zeichen gegen Rassismus und andere Formen von Diskriminierung. Ziel ist es, die lokale Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam in einen Dialog zu treten.
Während der ganzen Woche strahlt Radio X jeweils um 11:30 Uhr und um 16:30 Uhr thematische Beiträge aus.
Flyer Woche gegen Rassismus in Basel 2019
Medienmitteilung Woche gegen Rassismus 18.-24.3.19 mit Programm
Das Programm
Montag, 18. März 2019
Forumtheater "Sans Frontières" - Ein interaktiver Theaterabend zum Thema Diskriminierung und Rassismus.
19.30 Uhr, KLARA (Clarastrasse 13)
Eintritt frei.
Dienstag, 19. März 2019
Uni von unten: «Alltäglicher Ausnahmezustand: Racial Profiling in der Schweiz» mit Mohamed Wa Baile, Sarah Schilliger und Claudia Wilopo
19 Uhr, Internetcafé Planet 13 (Klybeckstrasse 60, 4057 Basel)
Eintritt frei.
Mittwoch, 20. März 2019
Liveübertragung Radio X, mit Interviews live vor Ort: Abendschule Import, Bla*Sh, Theater Niemandsland, Kulinarisches von Schnaboule Schnaboule und Musik zum Thema «Migration und Musik» mit Leila Moon.
17-22 Uhr, Keck Kiosk (Kaserne)
Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz
ab 19 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)
Donnerstag, 21. März 2019
Podiumsdiskussion «Racial Profiling» mit szenischen Sequenzen des Theaters Niemandsland.
Auf dem Podium: Michel Hostettler (Community Policing Kleinbasel), Tobias Burkhard (Ausbildungsleiter KaPo BS), Nahom Mehret (Schweizer, geb. in Eritrea), Yvonne Apiyo Brändle-Amolo (SP Politikerin Zürich, Künstlerin).
Moderation: Bernard Senn, SRF
Mit dabei: BastA!, STOPP Rassismus u.a.
19 Uhr, Offene Kirche Elisabethen
Eintritt frei.
Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz
ab 19 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)
Freitag, 22. März 2019
Bla*Sh, Legion Seven, Brandy Butler (CH)
Mehrstimmige Lesung, Performance, Konzert, Büchertisch
19 Uhr (Doors: 18.30 Uhr), Rossstall II, Kaserne Basel
Eintritt frei.
Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz
ab 19 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)
Samstag, 23. März 2019
Afrika-Stadtrundgang des Zentrums für Afrikastudien
The tour will take place in English and is free of charge. Reservations are requested but not required.
14 Uhr, meeting point: at the pyramides in front of the Offene Kirche Elisabethen
Offener Hörsaal: Interaktiver Parcours**, über Hürden und Weichen auf dem schweizerischen Bildungsweg
16.00-18.30 Uhr, Foyer Junges Theater Basel
Eintritt frei.
Ausstellung*: Bundes(asyl)lager- Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz
ab 19 Uhr
Input: Wie die Schweiz Migrant*innen 2019 isoliert und verwaltet.
20 Uhr in der Carambolage (Erlenstrasse 34, 4058 Basel)
Sonntag, 24. März 2019
Afrika-Stadtrundgang des Zentrums für Afrikastudien auf Deutsch
14 Uhr, Treffpunkt: Pyramiden-Platz (Elisabethenstrasse)
Reservierung erbeten, aber nicht zwingend erforderlich.
Eintritt frei.
* Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Neustrukturierung des Asylverfahrens und der Einführung der Bundeslager in der Schweiz. Mit der sogenannten Beschleunigung der Verfahren sollen Menschen effizienter verwaltet und ausgeschafft werden. Dafür nimmt das Staatssekretariat für Migration (SEM) Bundeslager in Betrieb, welche nicht nur die Unterbringung, sondern auch das gesamte Verfahren unter einem Dach zentralisieren und vereinheitlichen. Diese Praxis isoliert die betroffenen Menschen noch stärker vom Rest der Gesellschaft und lässt noch weniger Raum zur Selbstbestimmung. Um die Lagerpolitik umzusetzen, baut der Staat auf die Mitarbeit von Privatfirmen und NGOs.
** Bildungsparcours: Sprichst Du ausreichend Deutsch, um in der Schule mitzukommen? Wirst Du bei/auf deinem Bildungsweg unterstützt? Entsprichst Du den Bewertungskriterien des Schulsystems? Reicht das Geld für eine Ausbildung? Bringst Du die geforderten/nötigen Dokumente mit, um eine Ausbildung zu beginnen? Haben alle Menschen in der Schweiz dieselben Chancen auf Bildung? In einem interaktiven Parcours erfährst Du, welche Weichen gestellt werden und welche Hürden es zu überwinden gibt auf dem schweizerischen Bildungsweg. Ähnlich einem Leiter-Spiel, wirst Du, ausgestattet mit einer neuen Identität, unterschiedliche Aufgaben lösen, um Stufe für Stufe deinem Ziel näherzukommen.
Ausstrahlungstermine
Montag 18.3. - Sonntag, 24.3.19, täglich um 11.30 h (Wdh. 16.30 h)
Redaktionelle Beiträge auf Radio X zu diversen Themen in der Woche gegen Rassismus
u.a. mit FIASKO und STOPP Rassismus
Donnerstag 21.3., 18 h & Samstag 23.3.19, 13 h
Sendung X-Plus von Schüler/innen der FMS Münchenstein
Samstag 23.3., 16 h & Sonntag 24.3.19, 10 h
Ausstrahlung der Podiumsdiskussion zu "Racial Profiling" vom Donnerstag 21.3.19 in der Offenen Kirche Elisabethen
Kontakt
tatiana.vieira@radiox.ch
rebecca.haeusel@radiox.ch
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Die Woche gegen Rassismus wird unterstützt durch: