Nicht über uns, sondern mit uns.
Im Bundeshaus in Bern hat am 29. April die erste nationale ADHS-Konferenz stattgefunden. Rund 40 junge Menschen mit ADHS konnten ihre Anliegen direkt mit Politiker*innen, Fachpersonen und den Medien teilen. Im Mittelpunkt standen Anerkennung, Unterstützung und die Frage: «Wie kann die Schweiz junge Menschen mit ADHS besser unterstützen?» von Neva Flierl
26.05.10 Bericht ADHS im Bundeshaus
Personen mit Adhs können ihre Anligen an der nationalen Adhs Konferenz im Bundeshaus einbringen.
Wie ist es mit ADHS in der Schweiz zu leben?
Antworten darauf gab es am 29. April im Bundeshaus, Bern an der ersten nationalen ADHS-Konferenz.
Initiiert wurde die Konferenz vom 20- jährigen Luis Casado. Der angehende Geomatiker lebt selbst mit ADHS und wollte erreichen, dass Betroffene nicht nur Thema politischer Diskussionen sind, sondern selbst mitreden können. Luis Casado hat sein Anliegen bei der Beteiligungsplattform Engage.ch geteilt und kam dann in den Kontakt mit dem Nationalrat Simon Stadler. Gemeinsam entstand daraus die Idee einer nationalen Konferenz.
Im Zentrum des Tages standen Austausch und Zusammenarbeit. Die Teilnehmenden berichteten in Gruppen von ihren Erfahrungen im Schullalltag, in der Berufswelt oder im sozialen Umfeld. Viele schilderten Schwierigkeiten mit bestehenden Strukturen und fehlendem Verständnis. Gleichzeitig wurden konkrete Ideen gesammelt, wie sich die Situation verbessern könnte.
Besonders wichtig waren den Jugendlichen und jungen Erwachsenen mehr Sensibilisierung im Bildungsbereich, ein einfacherer Zugang zu Diagnosen und Therapien sowie ein besserer Umgang mit ADHS in der Öffentlichkeit. Denn obwohl in der Schweiz über 200’000 Menschen mit einer ADHS-Diagnose leben, fühlen sich viele Betroffene noch immer missverstanden oder nicht ernst genommen.
Für die Teilnehmenden war die Konferenz aber auch ein Zeichen der Sichtbarkeit und des Zusammenhalts. Viele erlebten zum ersten Mal, dass ihre Erfahrungen gehört und ernst genommen werden.