Eine Frau sitzt auf einem schmalen Bett in einem spärlich beleuchteten, kargen Raum mit hohen, beigefarbenen Wänden. Sie trägt ein schlichtes, historisch wirkendes Kleid und blickt mit angespanntem, nachdenklichem Ausdruck nach oben. Das Bühnenlicht hebt ihre Figur hervor und erzeugt eine ruhige, zugleich bedrückende Atmosphäre.

Das Tagebuch der Anne Frank im Neuen Theater Dornach

Normalerweise darf man ein fremdes Tagebuch nicht lesen. Das ist beim Tagebuch von Anne Frank anders. Ihr Tagebuch ist eines der wichtigsten literarischen Werke über den 2. Weltkrieg und den Holocaust. Das Neue Theater in Dornach bringt das Tagebuch als Mono-Oper nach Girori Fridi auf die Bühne. Rund eine Stunde lang singt und spielt Meike Hartmann die Rolle Anne Frank. von Brais Jequier Ramos

26.01.17. Tagebuch der AnneFrank Neues Theater Dornach

Der Beitrag befasst sich mit der Monooper "Das Tagebuch der Annefrank" im Neuen Theater Dornach.

Im Mittelpunkt stehen die Emotionen

Die beeindruckende Performance von Meike Hartmann, welche musikalisch von Nadia Belneeva, Christian Rombach und Melda Umur Sciancalepore begleitet wird. Das Stück kommt dabei ganz ohne Theoriestunde oder Kontextualisierung der Geschehnisse zu der Zeit aus. Im Mittelpunkt stehen die Emotionen und die Menschlichkeit. Anne Frank durchlebt dabei eine Bandbreite an Emotionen. Angst, Verzweiflung, aber auch lustige Momente, Freude und selbst die romantische Liebe, welche sie für Peter verspürt. Der ebenfalls im selben Versteck verweilt. Das mache dieses Stück so intensiv, sagt Meike Hartmann.

Das Versteck

Das Bühnenbild, eine enge, drehende Bühne mit verschiebbaren Wänden, zeigt eindrücklich die Enge des Verstecks. Im Hinterhaus einer Fabrik versteckte sich Anne Frank mit 7 weiteren Menschen über 2 Jahre lang. Die Aufführung zeigt, dass das Versteck Anne Frank anfangs zu gefallen schien. Doch nach und nach zeigt das Stück die Hoffnungslosigkeit und auch die Enge, welche das Verharren im Versteck mit sich brachte.

Persönliche Erfahrung

Bei mir hat besonders eine Szene einen Eindruck hinterlassen, in der Anne Frank davon erzählt, dass sie sich fühlt, als hätte sie ihre Freundin verlassen. Sie sei vor ihr gestanden, wohl in einer Vision. In dieser Szene ist für mich besonders die Angst Anne Franks zu spüren. Diese Nähe der Emotionen, wie wir sie alle kennen, und die Figur der Jugendlichen Anne Frank seien der Grund, wieso das Stück besonders bei Jugendlichen gut ankommen würde. So Meike Hartmann, Sopranistin im Stück «Das Tagebuch der Anne Frank» Dabei sei das Stück auch heute in unseren Zeiten, knappe 81 Jahre nach dem Ende des Holocausts, noch weiterhin bedeutend.

W-Fragen

Die Mono-Oper «Das Tagebuch der Anne Frank» kannst du im Neuen Theater Dornach aufgeführt sehen Heute Abend um halb 8 ist die Premiere. Weitere Informationen sowie Tickets findest du auf der Website neuestheater.ch.